Zu Besuch bei Verwandten

Uganda: 21. – 28.03.2012

Nachdem wir uns entschieden hatten über den Schwarzen Kontinent nach Hause zu fahren, stand natürlich auch ein Besuch bei Afrikas letzten Berggorillas ganz oben auf der Liste. Rd. 365 qkm Regenwald wurde in Uganda  zum National Park erklärt, in dem nach der Zählung von 2006 340 unserer Verwandten leben. Dieses Fleckchen Erde war unser Ziel, und wir konnten es gar nicht glauben, bereits zwei Tage nach unserer Einreise hatten wir zwei der sehr begehrten Permits für den nächsten Tag in den Händen.

Um 8.30 Uhr starteten wir mit zwei bewaffneten Wildhütern, einem Guide und vier weiteren Touristen unsere Wanderung durch den Dschungel. Bereits einige Stunden vorher hatten sich Spurensucher und Pistenschläger auf den Weg gemacht. Die Wanderung bei strahlendem Sonnenschein war wunderschön. Neben den Gorillas leben in diesem National Park noch rd. 50 Bergelefanten. Leider bekamen wir keine zu Gesicht, aber wir machten uns ihre Tracks zu nutze und kamen so zügiger voran. Bereits nach einer Stunde gab unsere Vorhut bekannt, dass sie die Gorillafamilie gefunden hatten und eine halbe Stunde später, standen wir Auge in Auge mit unserem ersten Silberrücken. Ruhig und gemütlich sammelte er Früchte vom Boden und stopfte sie sich genüsslich ins Maul. Er schien uns gar nicht zu beachten. Die Truppe bestand aus 14 Mitgliedern, davon 4 Silberrücken, und zu Sonjas grosser Freude ein Baby. Während die Erwachsenen eher träge umherlagen, sorgte der Knirps für Action. Er kletterte die kleinsten Äste empor und wunderte sich, wenn sie unter seinem Gewicht abbrachen, und er unsanft auf dem Boden landete. Es war ein Spass zuzuschauen. Auch schlich sich einer der Silberrücken von hinten an uns ran, was für einen kurzen Augenblick zur Aufruhe bei den Zweibeinern führte. Unsere Guides lachten allerdings mehr über unsere Reaktion. Wir hätten diesen Tieren noch stundenlang zu schauen können, aber der Besuch ist auf eine Stunde begrenzt, um ihr Verhalten so wenig wie möglich zu beeinflussen. Seit rd. 20 Jahren werden nun einige Gorillafamilien an Menschen gewöhnt, was jedoch teilweise mit Skepsis betrachtet und kontrovers diskutiert wird, was wir verstehen können. Trotzdem war es für uns ein absolutes Highlight unserer Reise durch Afrika.

Aber das ist noch nicht unser nächster Verwandter. Es gibt noch eine Affenart, die zu rd.98% mit unserer Erbmasse übereinstimmt:  Der Schimpanse. Um auch mit ihm auf Tuchfühlung zu gehen, machten wir uns auf den Weg in den Kibale National Park. Und auch hier konnten wir bereits am nächsten Tag die Suche beginnen. Während der Guide uns zu Beginn in unseren Augen etwas planlos durch den Dschungel führte. Standen wir auf einmal unter einem Baum, in dem es nur so von ihnen wimmelte. Leider konnten wir sie nur sehr schwer erkennen, da der Baum sehr hoch war. Als aber plötzlich einer der Schimpansen am Baumstamm hinab kletterten, nahmen wir sofort die Verfolgung auf. Da der haarige Kerl natürlich nicht den Wanderweg nahm, kämpften wir uns durch dichten Dschungel. Hier und da blieben wir an irgendwelchen Stacheln hängen. Aber es musste weitergehen, denn sonst würden wir die kleine Reisegruppe, in der Zwischenzeit hatten sich noch zwei mit Nachwuchs dazugesellt, verlieren. Nach 30 Minuten hatte das Rennen ein Ende, und sie kletterten in einen Baum, in dessen Wipfel bereits eine kleine Traube steckte. Nun begann das grosse Fressgelage. Auch hier war es wieder ein Spass dem Treiben zuzuschauen. Aber nicht nur wir beobachteten, auch der Kleinste musterte uns immer wieder mit grossen Augen. Einer konnte das Maul nicht voll genug bekommen. Obwohl bereits vier Früchte zwischen seinen Lippen prangten, schob er fleissig nach.

Nach einer Weile verabschiedeten wir uns von diesem Spektakel und traten den Rückweg an. Plötzlich krächzte eine Stimme aus dem Walke talke des Guides, dass man einen einzelnen Schimpansen an einer Lichtung angetroffen hatte. Natürlich legten wir einen Zahn zu und keine Minute später standen wir fast Schulter an Schulter mit unserem nächsten Verwandten. In Gedanken versunken sass er da. Mal blickte er uns an, dann widmete er sich wieder seiner Körperpflege. Was ging wohl gerade in diesem Kopf vor.

Wir hätten noch Stunden mit dem kleinen Kerl verbringen können. Aber irgendwann schien er der Ansicht, dass wir ihn jetzt lange genug bestaunt hatten und verzog sich auf allen Vieren im nächsten Gebüsch. Auch wir machten uns mit einem breiten Grinsen und weiteren atemberaubenden Eindrücken auf den Weg zu unserem Auto. Die Schimpansen waren Gesprächsthema bis in die späten Abendstunden, welche wir auf einem schönen Community-Campsite am Lake Nkuruba verbrachten in Mitten weiterer verschiedener Affenarten.

Am nächsten Morgen machten wir uns mit grossen Schritten auf den Weg gen Norden. Das Wochenende stand vor der Tür, und wir wollten spätestens am Donnerstagabend in Nairobi, Kenia, sein, um den Run auf die Visa für die Länder im Norden noch vor dem Wochenende starten zu können, denn der Papierkram kann schnell mal zwei Wochen in Anspruch nehmen. Wie geplant erreichten wir unser nächstes Ziel. In welcher Rekordzeit wir es geschafft haben, wird noch nicht verraten.

Hakuna Matata

Markus und Sonja

 

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