Nisto der SandCruiser

Northern Territory, South Australia, Queensland: 19. – 25.08.2011

Nun hiess es also mal wieder ab durch die Mitte. Genauer gesagt durch das grösste Sanddünen-System Australiens, wo die längsten parallel von Norden nach Süden verlaufenden Sanddünen der Welt liegen. Auf unserem Weg von West nach Ost mussten wir 600 der insgesamt 1.100 meistern, die teilweise eine Höhe von 40 m erreichen. Mit den Gedanken an unsere knapp 4 t und dem riesigen Sandkasten schlossen wir Wetten ab, wie oft die Schaufel wohl zum Einsatz kommen würde. Im Endeffekt hatte keiner richtig geschätzt.

Zunächst hiess es aber mal wieder Kilometer abspulen, denn in Australien liegt ja, wie wir in der Zwischenzeit gelernt hatten, nichts um die Ecke. Aber bereits am zweiten Tag hatten wir Dalhousie unseren Ausgangsort für ein weiteres Australien Abenteuer erreicht. Im Witjira National Park gönnten wir uns ein letztes heisses Bad, denn unter der Simpson Desert liegt das Grosse Artesische Becken, von welchem an mehreren Stellen heisses Wasser an die Erdoberfläche tritt.

Am nächsten Morgen montierten wir unsere self-made swiss Sand-Flag, welche auf Grund bereits in der Vergangenheit vorgekommener Zusammenstösse zweier Autos auf der Dünenspitze obligatorisch ist, und machten uns an die Erklimmung der ersten kleineren Dünen. Wie auf einer Achterbahn nur ohne Looping ging es hinauf und wieder hinunter. Auch als wir immer weiter ins Zentrum kamen und die „Sandwellen“ höher wurden, meisterte Nisto jede einzelne ohne mit den Scheinwerfern zu zucken. Langsam rührte sich die Frage in uns: Wo steckt denn nun eigentlich das Abenteuer? Aber auch so genossen wir die wahnsinnig grüne bzw. rote Umgebung und unseren ersten Trip durch eine Sandwüste. Für den Kick zwischendurch nahmen wir immer die Tracks, die zur höchsten Stelle der Düne führten, allerdings blieb auch dabei die Schaufel an ihrem altbewährten Ort.

Während die Temperaturen am Tage in schweisstreibende Höhen stiegen, sanken sie sobald die Sonne untergegangen war auf den einstelligen Bereich. So verkrochen wir uns bereits früh am Abend in den Nisto. Obwohl Sonja Markus immer wieder predigte, die Schuhe bei Dunkelheit hinein zu nehmen, denn Tiere in der Wüste halten jede menschliche Fussbedeckung für ein sehr abwechslungsreiches Spielzeug, blieben seine in der Regel draussen stehen. Tja, wer nicht hören will, muss suchen. Denn als Sonja sich zum allabendlichen Toilettengang nach draussen begab, stand nur noch der Flip von Markus vor der Tür. Den Flop fand er rd. 20 m weiter im Maul einer Wüstenratte, welche jedoch nach dem Auftauchen des Besitzers zum Glück ohne ihre Beute verschwand.

Im Gegensatz zum Anne Beadell Highway trafen wir hier regelmässig auf andere Abenteurer. Sogar ein Britz (Vermietungsgesellschaft für Wohnmobile oder Geländewagen) mit sechsköpfiger Besatzung kam uns entgegen. Der absolute Schrei war jedoch ein Mini. Wir wollten unseren Augen erst gar nicht trauen, als er sich vor uns abzuzeichnen schien, aber wir hatten uns tatsächlich nicht verguckt. Auf die Frage, wie weit er und seine Kumpels, welche teilweise „echte“ Geländewagen fuhren, noch wollen, grinste er nur. Von einem anderen Simpsonbezwinger hörten wir später, dass er beobachtet hatte, wie sie ihn immer wieder mit Ach und Krach über die Dünen gezogen und geschoben haben. Ob er es tatsächlich bis zum Ende geschafft hat, wissen wir leider nicht, aber vielleicht taucht er ja eines Tages im Guiness Buch der Rekorde auf.

Am sechsten Tag erreichten wir die „Big Red“, die mit 40 m höchste Düne der Simpson Desert. Für Markus war klar, diese werden wir an ihrer höchsten Stelle überqueren. Im Vorfeld hatten wir bereits einige gesehen, die an diesem Punkt gescheitert waren, aber für uns stand fest, wir nicht. Und tatsächlich, beim vierten Versuch und nur noch 15 psi in den Reifen schossen wir, unter dem beeindruckten Blick gescheiterter Fahrer, über die Düne und schauten direkt in einen riesigen See. Nanu, wo kommt der denn her? Der steht aber nicht auf der Karte? Nein, dieser See war der Grund, warum die Simpson Desert in diesem Jahr erst so spät geöffnet wurde, denn eine neue Umfahrung musste her. Der Regen in den Sommermonaten war bis hier vorgedrungen, liess die Wüste erblühen und wandelte sie in ein Paradies für Vögel um. Einige Stunden verweilten wir an diesem Ort und genossen eine Aussicht, die sich nicht jedem Simpsondurchquerer bietet, bevor wir die letzten wieder kleineren Dünen unter die Reifen nahmen und nach einigen Kilometern in Birdsville aufschlugen.

Aber das nächste Abenteuer wartete schon. Hierzu dann im nächsten Bericht mehr.

Windige Grüsse

Markus und Sonja

 

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