Strandhopping

Western Australia: 28.04. – 17.05.2011

Der Südwesten Australiens ist bekannt für sein sattes Grün und sein Azurblau. Hier gibt es Bäume, nach denen man sich den Hals verrenkt und Strände, die aus den Reisekatalogen entsprungen sind und von denen man meint, die gibt’s gar nicht. Genau das richtige also nach einer staubigen und trockenen Fahrt durch das Outback.

Ausserdem kam es in Esperance zu einem Wiedersehen mit unseren australischen Freunden Gemma und Ian. Da sie die Gegend auch noch nicht kannten, nutzten sie die Chance sie mit uns zu erkunden. Gemeinsam besuchten wir die Strände in der näheren Umgebung und kamen aus dem Staunen nicht heraus. Auch wurden die Nächte lang, denn wir hatten uns viel zu erzählen und natürlich wurde auch wieder viel gelacht. Nach drei Tagen hiess es dann allerdings schon wieder Abschied nehmen. Während wir an der Küste gen Norden tuckern wollten, stiegen die beiden ein paar Tage später in einen Flieger, der sie in unsere Heimat bringen würde. Als wir ihnen hinterher winkten, schlich sich doch ein komisches Gefühl ein. Müsste das nicht eigentlich anders herum sein?

Für die nächsten beiden Tage richteten wir uns im Cape Arid National Park ein. Bei einer wunderschönen Aussicht auf einen schneeweissen Strand mit türkisfarbenen Wasser, verpassten wir Nisto eine kleine Innenreinigung, bevor es blitz blank wieder auf den Weg gen Horizont ging. Wir machten uns auf die Suche nach dem schönsten Küstenabschnitt,  konnten uns aber einfach nicht entscheiden. Jeder hatte etwas, bei dem einem der Mund weit offen stehen blieb. Allerdings hatten alle einen kleinen Haken: Touristen. Egal wo wir hinkamen, „Fritz in the Britz“ (So werden hier die deutschsprachigen Touristen in ihren gemieteten Geländewohnwagen genannt; „Britz“ ist eine Wohnwagenvermietungsgesellschaft) war schon da. Schnell kamen da die Erinnerungen an das einsame Outback zurück. Warum kann es nicht überall so sein.

Wenn man mal von den atemberaubenden Stränden absieht, waren unsere Tage hier im Südwesten eigentlich relativ langweilig. Wir mussten uns weder aus dem Sand schaufeln noch Reifen flicken. Also sorgten andere für ein wenig Abwechslung. Auf der Suche nach einem Schlafplatz kamen wir an einem Campingplatz vorbei. Bevor wir uns jedoch ein Plätzchen aussuchen konnten, rannte eine Frau winkend auf uns zu. „Hä, meint die uns?!“ „Jep!“ Sie hatten sich am Strand mit ihrem Wagen eingegraben und hofften nun, dass wir sie wieder hinausziehen könnten. Gemeinsam gingen wir uns die Sache mal von Nahem anschauen. Wieder einmal blieben unsere Münder offen stehen. Ihr Wagen war bis zum Chassis eingesunken. Grund: Treibsand. Nur für einen kleinen Abschnitt hatten sie die bereits bestehenden Autospuren verlassen, aber da war es schon zu spät. Seit Mittag schaufelte Mike mit Hilfe seiner Frau Dolores und seiner Tochter, bereits an der Unglückstelle, und es würden noch einige Arbeiten nötig sein. Viel konnten wir im Moment noch nicht helfen, ausser ihnen unseren Heilift ausleihen. Den Abend liessen wir bei einem Bier mit den beiden ausklingen und verabredeten uns für 10 Uhr am nächsten Morgen. Am nächsten Tag wurde Nistos Hilfe aber gar nicht mehr benötigt. Es war noch keine 9.30 Uhr, als wir vom Strand her ein Motorengeräusch hörten und kurz darauf Frauenrufe. Natürlich gingen wir sofort nachschauen. Der Wagen stand wieder auf seinen vier Reifen und nicht mehr auf dem Chassis. Der gegrabene Kanal, das untergelegte Treibholz und die zu einem Weg gelegten mit Sand gefüllten Säcke hatten ausgereicht, um den Wagen aus eigener Kraft aus dem Loch zu fahren. In der Zwischenzeit sind auch wir Besitzer solcher Säcke, hoffen aber ganz fest, diese niemals benötigen zu müssen.

Allerdings verbrachten wir nicht die ganze Zeit an der Küste. Sonja hatte mal wieder die einzigen Berge weit und breit ausfindig gemacht und wedelte mit den Wanderschuhen. Da das Wetter sich jedoch alles andere als von seiner rosigen Seite zeigte, wurde aus der Besteigung des höchsten Bergs in Southwest nichts. Dann erklimmen wir halt die höchsten Baumkronen, genauer gesagt die Tingle Tingle Trees (eine Eukalyptusart). Sie können 400 Jahre alt und bis zu 60 m hoch werden. Der Stamm erreicht manchmal einen Umfang von 16 m. Wir kannten ja bereits das Gefühl am Fusse eines Riesenbaums zu stehen, aber wie es sich in Höhe der Baumkronen anfühlt, war uns neu. Auf einer 600 m langen Konstruktion, die uns in die luftige Höhe von 40 m brachte, spazierten wir durch das Geäst. Das Schwanken der Stahlstützen war zwar gewöhnungsbedürftig, aber die Aussicht gigantisch.

Ausserdem stiegen wir mal wieder unter die Erde. In der Gegend um Margaret River gibt es einige Höhlen, die sich sehen lassen können. Wir hatten uns für die Mammoth Cave entschieden. Hier hatte man viele Knochen der Megafauna gefunden, die vor Millionen von Jahren in Australien gelebt hatten, sowie von Tieren wie Koalas, die es heute nicht mehr in dieser Gegend gibt. Man kann sogar noch einen nicht abschliessend ausgegrabenen Unterkiefer eines dieser gigantischen Tiere in der Höhlenwand bestaunen.

Unser letzter Trip, bevor wir uns auf den Weg nach Fremantle machten, führte uns in die Dryandra Woodland Recreation Area. Hier sollte es Numbats geben. Eine weitere vom Aussterben bedrohte Tierart. Obwohl wir fast lautlos durch den Wald schlichen, blieb unsere Suche jedoch erfolglos. Auch sonst bekamen wir in diesem geschützten Gebiet sehr wenig zu sehen, geschweige denn zu hören. Er schien fast wie ausgestorben, irgendwie unheimlich. So räumten wir doch recht zügig das Feld.

Neben einigen Arbeiten am Nisto genossen wir in Fremantle mal wieder das Stadtleben. Nach zwei Tagen zog es uns jedoch wieder in die Natur hinaus, die Küste entlang. Für alle Wasserratten nur so viel: Es wurde noch besser.

Liebi Grüessli

Markus und Sonja

 

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