Urlaub in Sydney

New South Wales: 26.09. – 30.10.2011

In Sydney angekommen erwarteten uns schon unsere Freunde Gemma und Ian. Sie waren vor einigen Monaten von Perth an die Ostküste gezogen und nahmen uns wieder mit offenen Armen in ihrem kleinen Heim auf. Zuvor hiess es aber: Ab zu Ikea, denn noch fehlte eine Matratze fürs Gästezimmer, und wenn wir schon mal hier sind, können wir auch gleich noch ein Regal mitnehmen. Natürlich nicht ohne den legendären IKEA-Hotdog im Stehen. Es gibt Dinge, die sind auf der ganzen Welt gleich.

Die nächsten Tage verbrachten wir mit Packen und Nisto reisefertig machen, schliesslich soll der Gute nicht wie ein chaotischer Dreckspatz beim Zoll in Afrika aufschlagen. Als es dann am 29.09. für ihn wieder einmal hiess: Ab in den Container. Bis dato war eigentlich alles glatt gelaufen, aber klar, konnte das nicht anhalten. Als Markus mit Nisto auf dem Hafengelände ankam, fühlte sich natürlich keiner für das Festzurren von Nisto im Container zuständig, und auch das nötige Material dafür, war nirgends zu erspähen. Einer der Arbeiter wollte Markus sogar das Zeug selber holen schicken. So nicht, schliesslich zahlen wir dafür eine Menge Geld. Nachdem Markus ein Machtwort gesprochen hatte, tauchten die Utensilien aus dem Nichts auf, so dass er Nisto selbst sicherte. Noch eine ganze Woche musste Nisto im Hafen verweilen, bis er mit einer eintägigen Verspätung seine grosse Reise nach Afrika starten durfte.

Nun begannen für uns die Ferien. Allerdings war nicht viel mit Beine hochlegen. Schliesslich bedeutet das Ende eines Kontinents immer gleichzeitig der Anfang eines Neuen. Es wurden Reiseführer gewälzt, das Internet durchforstet. Wir sogen alle Infos, die wir zwischen die Finger bekommen konnten, wie ein Schwamm auf, liessen uns vom Tropendoktor pieken. …Trotzdem schien unsere To-Do-Liste einfach nicht kürzer werden zu wollen. Nach zwei Wochen legten wir jedoch eine Pause ein. Die Sonne hatte sich endlich wieder zurück gemeldet, also stand einer Erkundung der Innenstadt Sydneys nichts mehr im Wege.

Wir streunerten durch den Botanischen Garten, vorbei am weltweit bekannten Opernhaus. Schauten uns die Skyline Sydneys aus luftiger Höhe von der Harbour Bridge an und tummelten uns mit den vielen Australiern durch die Einkaufsstrassen. Am Wochenende pilgerten wir in die Altstadt „The Rocks“, denn dort findet der berühmte Markt statt. Dieser war bekannt dafür, noch Waren „Made in Australia“ zu verkaufen, was jedoch längst Geschichte ist. Natürlich hüpften wir von einer Hafenfähre auf die nächste und erkundeten so auch andere Stadtteile und ihre Strände. Gemeinsam mit Gemma und Ian machten wir einen Spaziergang an der Steilküste Sydneys entlang, bevor jemand die Schleusen am Himmel mal wieder öffnete.

Allerdings wurde uns nicht langweilig. Und wenn wirklich gerade faulenzen angesagt war, sorgten tierische Begegnung für den gewissen Kick. In der Zwischenzeit können auch Sonja die meisten davon nicht mehr in Schrecken versetzen. Tja, aber eben nur die meisten. Eine Spezies auf der Welt schafft es bis heute noch, allerdings lag es in diesem Fall wohl eher an dem hautnahen Überraschungseffekt. Es war Abend. Sonja war mal wieder in einem der zig Afrikareiseführer bäuchlings auf der Matratze in ihrem Zimmer versunken, als sich etwas Sechsbeiniges auf den Weg über diese perfekte Autobahn machte. Hätte es geahnt, wie diese Wanderung ausgeht, hätte sie wahrscheinlich die schlechte Schotterstrasse nebenan gewählt. Aber auch in der Tierwelt gilt: Wer lernen will, muss spüren. Plötzlich bemerkte Sonja etwas an ihrer Schulter zuppeln. …  „Nur schnell diese Seite noch, dann schauen.“ … Was sie dort zu sehen bekam, waren zwei grosse Fühler, der Rest war noch hinter ihrer Schulter versteckt, aber das Gehirn war schon weiter: „Das ist die Monster-Kakerlake, die gestern Abend an unserer Zimmerwand entlang gekrochen und Markus durch die Lappen gegangen war.“ Diesem Gedankengang folgte ein lauter Schrei, der wahrscheinlich dem armen Tier das Trommelfell zum Platzen gebracht hatte, denn sonst hätte es wahrscheinlich die andere Gefahr, in Form von Markus und der Insektenkiller-Sprühdose, gehört. So endete sie mit einem Freiflug über den Balkon auf dem Gehweg. Und die Moral von der Geschicht: Leg Dich nicht mit dem N-Team an!

Immer wenn sich die Gelegenheit ergab, erkundeten wir gemeinsam mit Gemma und Ian die weitere Umgebung von Sydney. Natürlich durfte ein zweiter Besuch im Glühwürmchen-Tunnel in den Blue Mountains nicht fehlen, denn davon hatten wir ihnen schon seit Monaten vorgeschwärmt. Also machten wir uns eines Morgens bei Fisselregen auf den Weg. Am Ausgangsort unserer Wanderung angekommen, hörten wir schon die ersten Donnerschläge. Wir liessen uns allerdings nicht beirren, denn schliesslich kann man in einem Tunnel nicht nass werden.  Allerdings hatten wir die Rechnung ohne den Wettergott gemacht. Noch bevor wir die Hälfte des Weges hinter uns gebracht hatten, öffnete der da oben die Schleusen. Über 2 ½ Jahre hatten wir es geschafft nie beim Wandern in einen Regenguss zu kommen, denn wer uns kennt weiss, dass wir aus Zucker sind und nur beim Tauchen nass werden wollen. Wie vier begossene Pudel erreichten wir den Tunneleingang und tauchten zum zweiten Mal in unser eigenes Weltall. Als wir auf der anderen Seite wieder ans Tageslicht kamen, waren wir mehr oder weniger trocken. Allerdings hatte uns der Regengott bereits 500m weiter wieder entdeckt und den Schalter „Wasserfall“ betätigt. Eingefroren und triefend vor Nässe erreichten wir das Auto. Zu Hause gabs dann für alle eine heisse Dusche!

Die Zeit verging mal wieder wie im Flug, und so kam auch für uns der Abschied von Australien schneller als gedacht. Wir blicken zurück auf 11 Monate Down Under. Ein Land voller Abenteuer und Gegensätze: An der Küste die Millionenmetropolen und mitten drin das Outback. Hier hüpfen die grossen Tiere und die Bäume werfen ihre Rinde ab anstelle ihrer Blätter. Bunte Vögel, die wir zu Hause nur aus dem Zoo oder dem Vogelkäfig kennen, fliegen einem hier kreischend um den Kopf. Dies werden wir sehr vermissen. Freuen uns aber gleichzeitig auf erschwingliche Bananen und die Big Seven. Ob in Afrika Kinderträume in Erfüllung gehen? Wir werden sehen.

See ya in Africa

Markus und Sonja

 

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und hier zu einer extra Gallerie einzigartiger Australischer Strassenschilder

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