Auf nach Tassie

Tasmanien: 18.02. – 05.03.2011

Nach einer Stunde Schlaf steuerten wir um kurz nach 6 Uhr in Richtung Fähranleger. Die Nacht hatten wir mit Anita und Roger zum Tag gemacht. Die beiden waren vor einigen Jahren durch Südamerika gereist und nun genauso wie wir mit ihrem Land Rover in Australien auf Entdeckungstour. Da gab es sich natürlich viel zu erzählen und geschlafen werden, kann schliesslich auch an einem anderen Tag.

Die 10-stündige Überfahrt verbrachten wir zum grössten Teil mit Infos über Tasmanien sammeln. Während Sonja das Visitor Center auf dem Schiff dahingehend auf den Kopf stellte, bekam Markus von Alex, ein Australier, der uns bereits in der Autoschlange aufgestöbert hatte, einige Tipps. Nach der Ankunft hiess es noch schnell den Kühlschrank füllen bevor wir bereits im Dunkeln unser erstes Tasmanisches Schlafplätzchen irgendwo am Fluss bezogen. In der Zwischenzeit hatte jemand da oben die Schleusen vollends geöffnet und der Regen prasselte nur so auf uns hinab. Auch am nächsten Morgen änderte sich dies nicht. Na das kann ja heiter werden. Der Blick ins Internet nach der Wettervorhersage brachte nichts Gutes ans Licht. Die gesamte Insel hatte sich unter einer einzigen Regenwolke versteckt. Da blieb uns nichts anderes übrig als das ganze mal auszusitzen. Im Mole Creek Karst National Park fanden wir mitten im Wald einen wunderschönen kostenlosen Campingplatz und harrten der Dinge, die da vom Himmel kamen.

Nach zwei Tagen hatte sich die Sonne mehr oder weniger durchgesetzt und so starteten wir unsere Entdeckungstour. Viel hatten wir bereits von Tasmanien gehört. Alle sprachen nur in den höchsten Tönen von diesem Fleckchen Erde. Unsere Erwartungen waren dementsprechend hoch und bei uns machte sich „Unsicherheit“ breit: Würden diese wohl auch erfüllt werden?

Für unseren ersten Ausflug kramten wir mal wieder unsere Wanderschuhe hervor. Wir wollten zur Wall of Jerusalem im gleichnamigen National Park wandern. Wir bekamen sie jedoch nie zu Gesicht. Nachdem wir die 600 Höhenmeter geschafft hatten, tat sich vor uns ein in Wolken verhangenes Plato auf, was in der letzten Nacht mal eben 10 cm Neuschnee abbekommen hatte und das mitten im Hochsommer. Während es zu Anfang noch eine riesen Gaudi war durch den quietschenden Schnee zu laufen, bestand der Weg zum Schluss nur noch aus Matsch und riesigen Wasserpfützen. So kehrten wir unverrichteter Dinge wieder um.

Am nächsten Tag versuchten wir unser Glück ein bisschen weiter westlich in Tasmaniens bekanntesten Nationalpark, welcher das grandiose, 1.262 qkm grosse Gebiet von Cradle Mountain-Lake St. Clair umfasst. Aber wir schienen nicht die Einzigen zu sein. Zig Touristen tummelten sich auf dem Parkplatz und dem Visitor Center. Es wurde gedrängelt und gedrückt. Wir beide mitten drin, das wir nicht gleich schreiend reiss aus genommen haben, glich einem Wunder. Unser Durchhaltevermögen wurde aber schlussendlich belohnt. Während unserem Spaziergang um den Lake Dove, versteckte sich der berühmte Cradle Mountain zwar die meiste Zeit hinter einer dicken Wolke, aber am Abend riess diese auf und so bekamen wir ihn doch noch in seiner ganzen Pracht zu Gesicht.

Am Abend auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplätzchen trafen wir auf Steffi und Thomas, die vor rd. vier Monaten ihre halbjährige Reise in Nepal gestartet  und nun in einem kleinen Campervan von Perth nach Melbourne unterwegs waren und einen Abstecher nach Tasmanien gemacht hatten. Gemeinsam verbrachten wir einen weiteren Abend um den Gefrierpunkt. Sie waren es auch, die uns überzeugten am nächsten Tag mit ihnen auf den Cradle Mountain zu steigen, denn der Sommer sollte endlich wieder zurückkehren. Und so war es dann auch. Bei blauen Himmel und strahlendem Sonnenschein genossen wir unsere Gipfelbesteigung, die zum Schluss doch noch recht knifflig wurde, wovon die gute Rangerin natürlich nichts erzählt hatte.

Nach diesen Abstechern in die Berge ging es zurück ans Meer. Langsam tuckerten wir gegen den Uhrzeigersinn an der Küste entlang. Vorbei an wunderschönen Stränden oder entlang hohen Klippen. Auch wollten wir mal wieder ein Bisschen Off-Road fahren. Aber egal welche Strecke wir uns aussuchten, die Ranger rieten uns immer wieder ab: Strasse teilweise geflutet und keine Chance sich alleine aus dem Matsch zu ziehen, wenn man stecken bleibt, teilweise sogar gefährlich auf Grund der matschigen steilen Wege. So blieb uns nichts anderes übrig als auf der „Hauptstrasse“ zu bleiben. Aber ein gutes hatte der ganze Regen, der da in Bindfäden vom Himmel kam. Sämtliche Wasserfälle zeigten sich von ihrer besten Seite und glichen den Iguazu-Fällen.

Als wir dann mal wieder in die Berge im Landesinneren abbogen, hatte es sich wieder eingeregnet. Teilweise schneite es sogar. Nicht ein zweites Mal. So statteten wir Australiens tiefsten (mehr als 200 m) natürlichen Süsswassersee nur einen kleinen Besuch ab und machten uns auf in den Mt. Field National Park. Hier liess uns eine ganz besondere Begegnung den Regen der vergangenen Tage ganz schnell vergessen. Seitdem wir Tasmanischen Boden berührt hatten, nahmen wir jeden Fluss nach diesem seltsamen Tierchen unter die Lupe, allerdings bisher ohne Erfolg. Aber hier gab er sich zu erkennen. Ein Schnabeltier, neben dem Ameisenigel, der uns bereits ein zwei Mal unter die Augen gekommen war, die einzigen Säugetiere, die Eier legen. Es war herrlich diesem seltenen Tierchen zuzusehen, wie es an der Wasseroberfläche paddelte.

Wie es für uns auf Tasmanien weitergeht, dann im nächsten Bericht.

Bis bald

Markus und Sonja

 

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