100 Tage danach

Zuhause 17.09.2012

Ja, ja die Zeit vergeht. Wir können es manchmal selbst kaum glauben. Viele fragen sich wahrscheinlich: Was ist aus dem N-Team geworden? Diesen Wissensdurst wollen wir natürlich stillen. Also erfährst Du hier alles über unsere ersten Schritte zurück in der Heimat.

Noch am Abend der Rückkehr sind wir aus unserer 4.4 qm grossen Attikawohnung in unsere rund 160 qm grosse Scheune gezogen. Nun begann das grosse Auspacken und Suchen. Wir schleppten Kisten und Kästen, schluckten Unmengen von Staub und genossen das private Badezimmer in einer Entfernung, von der wir in den letzten Jahren nur träumen durften. Vorbei war es mit Toilettengängen in der Abfahrtshocke. Familie und Freunde gaben sich viel Mühe uns langsam und vorsichtig an die für uns doch in der Zwischenzeit etwas fremdgewordenen Welt heranzuführen. So war es keine Seltenheit, dass der Fernseher böse Blicke kassierte, weil er mal wieder auf ein Fitnessprogramm umstellte, da sich irgendjemand auf dem Sofa bewegt hatte, und das geliehene iPhone hatte in der Zwischenzeit wahrscheinlich schon vom vielen Schütteln eine Gehirnerschütterung. Nisto schaute sich das alles mit einem Lachen im Scheinwerfer aus der Garage an. Er genoss es federleicht zu sein und einfach nur mal rumstehen zu dürfen. Aber auch an ihm mussten wir arbeiten, denn bereits nach rund 2 Wochen trudelte der Brief mit dem Termin für die MFK ein. Aber in der Zwischenzeit kennt ja jeder unsere Glückszahl und so bekam unser treuer Gefährt beim dritten Anlauf die Zulassung für die Schweizer Strassen. Mit dem halben Autoreifen als Abdeckung vor der Seilwinde sieht er allerdings schon etwas gewöhnungsbedürftig aus.

Viele hatten sich Gedanken gemacht, wie und ob man uns jemals wieder in die Arbeitswelt integrieren kann. Auch wir waren natürlich gespannt auf diese Herausforderung. Dass es aber so schnell gehen würde, damit hatte keiner gerechnet. Bereits in der ersten Woche nach unserer Rückkehr hatte jeder von uns beiden zwei Gespräche. Bereits 14 Tage später hielt Markus seinen Anstellungsvertrag in den Händen, und auch Sonja durfte wieder bei ihrem alten Arbeitgeber einsteigen. Für Markus begann bereits am 16.07. der Ernst des Lebens. Sonja solidarisierte sich dann einen halben Monat später mit ihm. In der Zwischenzeit schmeisst also auch uns jeden Morgen der Wecker wieder aus den Federn. Gewöhnungsbedürftig, aber machbar. Allerdings musste  Sonja auf dem Weg zur Arbeit zweimal schauen, als sie hier und da alte Gesichter im Bus von vor vier Jahren wiedererkannte. Auf der einen Seite schien sich vieles verändert zu haben, auf der anderen Seite war vieles beim Alten geblieben.

So sieht es also in der Welt des N-Teams momentan aus. Hier und da ecken wir schon mal mit unserem Drang nach Freiheit an. Allerdings gibt’s auch das eine oder andere, was wir in der Schweiz wieder sehr geniessen. Und wenns gar nicht mehr geht, dann wandern wir zumindest in Gedanken zurück in unsere drei letzten Jahre.

Gleichzeitig wollen wir hiermit einen Dank an unsere Homebase in der Schweiz und in Deutschland sowie Freunden aussprechen, die uns immer mit Rat und Tat zur Seite standen. Ohne Euch wäre das eine oder andere nicht ganz so reibungslos von statten gegangen. Auch allen Einheimischen und „Overlandern“, dessen Wege wir kreuzen durften, gilt dieser Dank. Ihr habt unsere Reise um die Welt auf Eure Art bereichert.

Aber wir wissen, dass noch mehr Fragen in Euch schlummern. Also kommen hier die lang ersehnten Antworten:
In den insgesamt 33 besuchten Ländern haben wir 250‘751.60 km zurückgelegt, davon
-    mit Nisto: 177‘660.60 km
-    bei Wanderungen: 1‘232.12 km
-    mit dem Boot: 2‘011.48 km
-    mit dem Flugzeug: 58‘570 km
-    mit dem Fahrrad: 121.30 km
-    mit Autofähren: 3‘807.40 km
-    bei sonstigen Ausflügen ohne Nisto: 7‘401.70 km

Von den 1‘191 Tagen, die wir unterwegs waren, sind wir an 882 Tagen mit dem Nisto gefahren. Pro Fahrtag haben wir durchschnittlich 201.4 km, pro Reisetag durchschnittlich 149.2 km zurückgelegt.

Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 13.12 Liter pro 100 km haben wir 23‘316.59 Liter Diesel verbrannt, die durchschnittlich mit 1.003 CHF pro Liter zu Buche schlugen. Wie viel Geld wir in Treibstoff umgesetzt haben, könnt Ihr Euch selber ausrechnen.

63‘807 Fotos sind auf die Speicherkarte gewandert. Davon 60‘685 über Wasser und 3‘061 unter Wasser. Das heisst, wir haben durchschnittlich pro Tag 53.6 Fotos geschossen. Davon haben es 3‘994 auf die Webseite geschafft. Unsere Erlebnisse konntet Ihr in 90 Reiseberichten, die insgesamt 90‘385 Wörter enthalten, nachlesen.

Im Endeffekt hat uns unsere Traumerfüllung rund 141.85 CHF pro Tag gekostet, inklusive Versicherungen, Flüge, Verschiffungen etc. Und wir sind immer noch der Meinung, dass dies eine sehr sehr gute Investition war!

„Darum, folge dem Ruf der Freiheit. Breite deine Flügel aus, auch wenn du noch Zweifel hast, ob du überhaupt fliegen kannst. Es ist Zeit, den Sprung zu wagen, oder willst du am Ende dastehen und sagen, ach, wie gerne wäre ich geflogen?"

Liebi Grüessli

Das N-Team

Markus und Sonja mit Nisto

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