Wir zwei als Robinson Crusoe

Belize: 30.11. - 15.12.2009

Der Grenzübergang nach Belize hätte einfacher nicht sein können. Wir hatten unseren Nisto noch nicht geparkt, als ein kleiner Mexikaner wild mit den Händen fuchtelnd auf uns zu kam und schwubs befanden wir uns in den Fängen eines Schleppers.

Naja, es hätte schlimmer sein können. Ruck zuck war der Ausreisestempel im Pass, der Nisto wieder aus Mexiko abgemeldet und die neue Autohaftpflichtversicherung für Belize abgeschlossen. Alleine steuerten wir jetzt auf die belizische Grenze zu. Rein zu dem Grenzbeamten, der  uns mit einem Lächeln empfing. Nachdem er uns ausgequetscht und uns über alles genau informiert hatte, bot er uns noch ein Kaugummi aus seiner Box an, bevor er sich unseren Nisto unter die Lupe nahm. Auch das dauerte nur ein paar Minuten und so waren wir nach einer halben Stunde mit neuem Stempel im Reisepass wieder auf der Strasse.

Belize, nicht jedem ist dieses kleine Fleckchen Erde bekannt. Naja, bei einer Fläche von etwas mehr als die Hälfte der Schweiz schon irgendwie verständlich. Wenn man will, kann man innerhalb eines Tages auf der anderen Seite wieder rausfahren. Aber so winzig dieses Land auch scheint, es hat einiges zu bieten. Daher blieben wir doch ein Bisschen länger.

Unser Weg führte direkt nach Lamanai, eine weiter Mayastätte mitten im Dschungel. Wir verbrachten die Nacht auf dem Parkplatz vor dem Eingang um am nächsten Morgen einer der Ersten zu sein. Während wir abends von den Heuleraffen in den Schlaf gebrüllt wurden, dienten sie uns am nächsten Morgen als Wecker. Zwar kann die Natur mit ihren Mücken sehr lästig sein, aber sie hat auch definitiv ihre guten Seiten.

Am Vormittag streunerten wir durch den Dschungel von einem Tempel zum nächsten. Wir erhofften uns diesmal auch einen der lautstarken Affen zu Gesicht zu bekommen und tatsächlich hatten wir Glück. Allerdings identifizierten wir ihn nicht gleich als solchen. Zunächst hörten wir es lediglich aus den Baumwipfeln tröpfeln, als wir dann nach oben in zwei pechschwarze Augen blickten. Ups, da hatten wir wohl jemanden bei seiner Morgentoilette erwischt. Zum Glück verfehlte er den Weg um einen Meter. Aber das war nicht die einzige spannende Begegnung unseres Dschungelausfluges. Während der Rast auf einem der meterhohen Tempel, bekamen wir den Nationalvogel von Belize zu Gesicht: Der Keel Billed Toucan. Der Tag konnte nicht besser beginnen.

Mit einem breiten Grinsen fuhren wir weiter zur Mayaruine Altun Ha. Noch vor dem Eingang trafen wir auf den „Snake-Man“ mit seinem jungen Ameisenbär. Wir kamen mit ihm ins Gespräch, und er erzählte von seiner Forschungsarbeit mit den Schlangen. Auch von seinem Unfall mit der Giftigsten Zentralamerikas, die ihn auf Grund eines Fehlers seinerseits gebissen hatte, und welchen er nur ganz knapp überlebt hatte. Doch auch dieses Ereignis hindert ihn nicht daran, sich auch weiterhin für einen besseren Ruf der Schlangen einzusetzen.

Nachdem wir Altun Ha ausführlich unter die Lupe genommen hatten, steuerten wir das Community Baboon Sanctuary an, wo wir die Nacht verbrachten. Hierbei handelt es sich um eine einmalige private Einrichtung, die allein auf freiwilliger Basis funktioniert. Private Landbesitzer in der Stadt Bermuda Landing haben sich zusammengeschlossen um auf ihrem Boden eine Heimat für die gefährdeten schwarzen Heuleraffen zu schaffen.

Am nächsten Morgen schlugen wir uns mit Robert, unserem Guide, auf der Suche nach den Heuleraffen in die Büsche. Wir mussten nicht lange warten und schon sah man sie durch die Bäume streifen. Es war herrlich ihnen zuzuschauen, wie sie über die dünsten Äste spazierten. Und so wanderte ein Foto nach dem anderen auf die Speicherkarte.

Der nächste Tag gehörte dem Cockscomp Basin Wildlife Sanctuary. Eins der angeblich besten Plätze für Tierbeobachtungen. Allerdings bekamen wir ausser einem schwarzen Vogel mit gelben Schwanzfedern, der sich bei jedem Piep, den er von sich gab, halsbrecherisch vom Ast zu stürzen schien, nicht viel vor die Linse. Obwohl wir schon um 7 Uhr in der früh auf den Beinen waren. Aber wir genossen die Ruhe mitten im Dschungel, bevor es dann hiess: Ab auf die Insel.

Bereits im Vorfeld hatten wir uns immer überlegt, wie wir das Tauchen und unser Budget unter einen Hut bringen könnten, denn Belize ist bekannt für grosse Preise. Dabei sind wir aufs Glover’s Reef gestossen. Genauer gesagt das Glover’s Atoll Resort auf dem Northeast Caye. Die 3,6-hectar grosse Insel liegt 32 km vor dem südlichen Festland. Hier kann man sowohl im eigenen Zelt am Strand campieren wie auch in Strand- oder Wasserbungalows zu angenehmen Preisen schlafen, Kompost-WC und Dusche mit Brackwasser, befanden sich am Strand, Licht spendeten Öllampen, Kerzen oder Taschenlampen. Bringt man seine eigenen Lebensmittel mit, ist man total unabhängig, denn Kochmöglichkeiten sind vorhanden. Auch ist die Insel von einem schönen Riff umgeben, welches wir mit unserem Diveyak ohne Schwierigkeiten erreichen könnten. Also worüber noch nachdenken. Schwubs war eine Woche gebucht. Auch wenn wir dafür unseren Nisto für diese Zeit auf dem Festland zurücklassen mussten.

Ein kleines Fragezeichen sah man dann doch in unseren sowie den Gesichtern, der Mitreisenden, als wir das Boot, welches uns zur Insel transportieren, und das Gepäck, was mit sollte, verglichen. Aber im Nachhinein hätte bestimmt noch mehr drauf gepasst.

Auf der Insel angekommen, stürzten wir uns als erstes auf die Kokosnüsse, irgendwie mussten die doch aufzubekommen sein, denn wofür hatten wir die Flasche Rum mitgeschleppt. Und tatsächlich, nach einem halben Tag üben, fluppte es nur so. Leider waren wir mit unserer mobilen Tauchbasis nicht ganz so erfolgreich, denn der Wind blies uns kräftig um die Ohren. So stiegen wir für einen Tag auf das Tauchboot um. Auch das Blue Hole im Lighthouse Reef liessen wir nicht aus, allerdings war die Fahrt dorthin alles andere als ein Zuckerschlecken. 3-5m hohe Wellen stellten sich uns in den Weg. Schon nach einigen Fahrminuten sahen wir aus wie begossene Pudel. Aber Becky surfte das Boot sicher über die Wellen. Nachdem der Wind an den letzten Tagen etwas abgenommen hatte, sah man uns um die Insel paddeln und hier und da ins türkisfarbene Wasser abtauchen. Über sowie unter Wasser war es ein Traum.

Den Rest der Zeit verbrachten wir mit relaxen. Tja, und da man auf so einer Insel wahnsinnig viel davon hat, entstand eine leicht geänderte Version von „Jim Knopf und der Lokomotivführer“, die wie folgt lautet: „Eine Insel mit viel Palmen und dem tiefen weiten Meer, mit viel Fischlis zum begucken und dem Kokosnussverzehr. Nun wie mag die Insel heissen ringsherum ist schöner Strand, jeder sollte einmal Reisen in das schöne Gloversland.“

Unsere letzten Tage in Belize verbrachten wir in einem weiteren Paradies: Barton Creek Outpost, mitten im Dschungel kurz vor der Grenze zu Guatemala. Ein herrliches Fleckchen Erde zum Entspannen und die Beine hochlegen. Allerdings musste man aufpassen, denn Bass, der Hauspapagei, flog tief und nahm keine Rücksicht auf herumlungernde Köpfe. Wir besuchten die Wasserfälle in der näheren Umgebung und nutzten die Möglichkeit eines Ganzkörperbades im benachbarten Fluss. Schöner kann der Besuch eines Landes nicht zu Ende gehen.

Bis bald.

Markus und Sonja

 

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