Unsere Glücksinsel

Vancouver Island: 21. - 31.08.2009

Von Vancouver genauer gesagt Horseshoe Bay ging es mit der Fähre morgens nach Nanaimo, Vancouver Island. Unser erstes Ziel auf diesem Fleckchen Land im Meer war die Westküste, genauer gesagt der Pacific Rim National Park zwischen Tofino und Ucluelet. Noch am Abend statteten wir der berühmten Long Beach einen Besuch ab. Obwohl diese Gegend ein absoluter Touristenmagnet ist, verlaufen sich die Massen schnell an dem kilometerlangen mit Treibholz übersäten Strand.

Am nächsten Morgen organisierten wir Markus zwei Tauchgänge beim Ocean Planet Adventures in Tofino für den nächsten Tag. Gerne wäre Sonja mitgegangen, da sie aber noch kaum Erfahrung in ihrem Trockentauchanzug hatte, machte sie einen Rückzieher. Am Nachmittag erkundeten wir die Küste auf dem Wild Pacific Trail. Die Sonne liess sich zwar nicht blicken, dafür mehrere Buckelwale. Hier und da sah man sie auch springen.

Während sich Markus am folgenden Tag die Westküste aus der Unterwasserperspektive anschaute, erkundigte Sonja bei strahlendem Sonnenschein noch einige Strand- und Regenwaldabschnitte. Bevor es dann am Nachmittag hiess, ab gen Norden, nach Telegraph Cove, wo wir uns für 3 Tage ein Kayak mieten wollten um in der Johnsen Strait die Orcas zu besuchen. Natürlich kann man das auch einfacher haben, mit dem Whale Watching Boot, aber das machen ja nur die Touristen. Tatsächlich hatten wir Glück und es war noch ein Doppel-Kayak für diesen Zeitraum frei und die Sonne sollte sich für die folgenden Tage auch von ihrer besten Seite zeigen. So standen wir also fast pünktlich am nächsten Morgen im Hafen, nahmen unseren neuen Untersatz in Empfang, verpackten unser Zeug wasserfest und losgepaddelt.

Zum Glück hatte uns keiner vorher gesagt, was uns erwartete. Zu Anfang wars ja noch lustig, aber irgendwann frustete es schon sehr, wenn man wie ein Weltmeister paddelte, allerdings einfach nicht voran kam, weil der Wind mit 15 Knoten dagegen hielt. Die Delphine, die wir unterwegs sahen, schafften es zwar zeitweise die Stimmung wieder zu heben, aber zum Schluss sank die Laune auf Gefrierpunkttiefe, vor allem im hinteren Teil des Kayaks. Die Strecke von 7 km, die man eigentlich in 3 Stunden meistern kann, dauerte bereits 5. Ausserdem sickerte das Wasser, was durch die Seitenwellen auf den Spritzschutz getragen wurde, langsam aber sicher durch.  Der Campingplatz wäre jetzt nicht schlecht. Und nachdem wir an einem Ort „weggeschickt“ wurden, fanden wir in der nächsten Bucht unseren Privatplatz.  Jetzt konnte ja nichts mehr schiefgehen. Denkste. Sonja konnte gar nicht so schnell schauen, wie alles passierte. Wir paddelten also den Strand an, sie wollte sich gerade fertig machen zum Aussteigen, als das Kayak anfing zu wackeln, von hinten ein lautes Gerumpel kam, dann ein lauter Ausruf, ein fliegendes Paddel, in der Zwischenzeit hatte die Brandung das Kayak quer zum Strand gestellt, ein Markus der wild schimpfte, kam die Welle und füllte auch Ihr „Sitzloch“ mit Wasser. Ach, ist paddeln doch schön.

Aber unsere Belohnung für den ersten Tag bekamen wir postwendend. Am Abend streiften einige Orcas direkt vor unserer Bucht entlang. Was will man mehr. Natürlich, einen kleinen Schwarzbär, der uns kurz nach dem Abendbrot besuchte. Ohne dass wir etwas mitbekommen hatten, war er auf einmal da. Er liess sich allerdings leicht in die Flucht schlagen. Für Küche und Badezimmer hiess es aber dann hochgehiesst.

Am nächsten Morgen standen wir fast mit der Sonne auf. Da ja der Wind bekanntlich am Nachmittag stärker wird, wollten wir die Windstille am Morgen ausnutzen. Tja, da wurde dann aber nichts draus, der Wind schien über Nacht gar keine Pause gemacht zu haben, sondern war ganz im Gegenteil noch stärker geworden. So paddelten wir also diesmal gegen eine Windstärke von 25 Knoten an. In der Zwischenzeit erreichten die Wellen schon die 1 ½ m. Langsam taten uns die Arme immer mehr weh und die Frage kam auf: Wie weit wollen wir noch paddeln? In den eigentlichen Bereich, wo sich die Orcas am Strand rubeln, dürfen wir nicht rein und bei diesem hohen Wellengang aufs Meer hinausfahren, wäre einfach zu gefährlich. Schnell kam dann die Überlegung: Legen wir doch mal eine kleine Pause ein und üben das ein- und aussteigen. So sah man unsere Hosen mal wieder zum Trocknen am Strand liegen, während wir knapp bekleidet am Strand in der Sonne hockten, während wir einen Seeadler beobachten konnten.

Dann kam der grosse Moment des Wiedereinstiegs. Wir hatten kaum eine Chance gegen die Brandung. Pünktlich vor den grossen Wellen, sassen wir zwar im Kayak, waren aber noch lange nicht abpaddelbereit. Ohne ordentlich festgezurrten Spritzschutz war Markus den Wellen hilflos ausgeliefert und bekam immer wieder die volle Ladung ab. Ihm fehlte eigentlich nur noch ein Quitscheentchen, dann hätte das Kayak den Namen einer schwimmenden Badewanne echt verdient. Schlussendlich waren wir allerdings erfolgreich. Mit dem Wind im Rücken, hatten wir den Weg zu unserem Privatstrand in einer halben Stunde gemeistert und konnten uns unterwegs mit der Pumpe von dem Nass befreien. In der Ferne sahen wir auch noch einen Orca auf uns zu schwimmen, aber leider verloren wir ihn aus den Augen. Den Rest des Tages verbrachten wir mit dem Trockenlegen unserer Ausrüstung und hofften auf den für den nächsten Tag angekündigten sich drehenden und deutlich schwächeren Wind.

Und tatsächlich, bereits in der Nacht war die Wasseroberfläche spiegelglatt. Am nächsten Morgen ging alles ruck zuck. Sogar unsere Hosen blieben beim Einsteigen trocken. Wir paddelten direkt aufs Meer, dorthin, wo die Wale ihre Runden drehen. Und tatsächlich, da kamen sie, direkt auf uns zu. Wir wussten gar nicht, wo wir zuerst hinschauen sollten. Teilweise waren wir umzingelt von 8 bis 10 Orcas. Ein sagenhaftes Erlebnis und schnell waren die Strapazen der vergangenen Tage vergessen. Während Markus ein Foto nach dem anderen schoss, versuchte Sonja das Kayak in die richtige Position zu paddeln. Nach diesem Spektakel machten wir uns langsam auf den Rückweg. Unterwegs trafen wir immer wieder auf Orcas, die wir ein Stückchen begleiten konnten. Mit einem breiten Grinsen und schmerzenden Oberarmen tauschten wir am Nachmittag das Kayak wieder gegen Nisto. In den drei Tagen sind wir rd. 45,4 km (1. Tag: 11 km, 2. Tag: 11,7 km, 3. Tag: 22,7) gepaddelt mit Geschwindigkeiten zwischen 0,9 bis 9 km/h.

Jetzt sollte man meinen, wir hatten erstmal genug vom Paddeln. Falsch gedacht. In Port Hardy, noch etwas weiter nördlich, hatten wir von Tauchplätzen gehört, die wir gut mit unserem Divekayak erreichen konnten. Also sah man uns am nächsten Tag wieder die Paddel schwingen und eine Stunde später im blauen Wasser verschwinden. Trotz eingeschränkten Sichtweiten sahen wir viel Kleintier.

Noch am gleichen Tag gings wieder auf Richtung Süden. Bevor wir die Insel verlassen wollten, statteten wir Victoria noch einen Besuch ab. Neben einer kleinen Schlendertour durch die Innenstadt. Fuhren wir noch den Scenic Marine Drive, der allerdings nur zu Anfang lohnenswert war. Die meiste Zeit führte er durch die Nobelviertel vorbei an Luxusvillen. Keine Ahnung wer sich diesen Weg für die Touristen ausgedacht hat.

Um 18 Uhr legte die Fähre mit uns als Passagiere in Richtung Anacortes, USA ab. Wo es an der Küste gen Süden geht. Hierzu dann später mehr.

Liebe Grüssli

Markus und Sonja

 

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