Luxus pur

Yukon / British Columbia: 06. – 21.08.2009

Pünktlich zu unserem Halbjahreshochzeitstag bezogen wir nach 64 Tagen mal wieder ein Hotelzimmer. Als Hochzeitsgeschenk hatten wir von unserem Trauzeugen mit Familie eine Übernachtung im Inn on the Lake kurz vor Whitehores geschenkt bekommen. Dazu noch den heissen Tipp: Nehmt das Jacuzzi-Zimmer mit eigenem Whirlpool.

Leider war dieses aber schon von einem Pärchen, die ihren 26. Hochzeitstag feierten, belegt. So bezogen wir das Fisch-Zimmer und genossen ein Glas Weisswein im „öffentlichen“ Whirlpool mit Blick auf den wunderschönen Marsh Lake. Am Abend gabs ein 4-Gänge-Menü und am nächsten Morgen frische Früchte zum Frühstück. Wir liessen es uns mal wieder so richtig gut gehen. Bevor es erneut hiess: On the Road again.

Mit einem kleinen Abstecher zum Atlin Lake folgten wir dem Cassiar Highway. Unser nächstes Ziel war Hyder. Die Fahrt dorthin sollte gemäss Reiseführer zum Besten zählen, was Alaskas Süden (Jep, dieses Städtchen liegt mal wieder in den USA) zu bieten hat. Und dieser hatte recht. Die Strecke ist wirklich atemberaubend. Sie führt durch wunderschöne Landschaften, begleitet von Gletschern und Wasserfällen. Unser angestrebtes Örtchen hat eigentlich nur zwei interessante Anziehungspunkte: Der Salmon Glacier und der Salmon Run im Fish Creek zwischen Mitte Juni und Anfang September, der Grizzlys und Schwarzbären anlockt. Auf einer eigens für dieses Spektakel gebauten Aussichtsplattform kann man das Treiben beobachten. Nachdem wir in Skagway schon so grosses Glück mit einer persönlichen Vorstellung der Grizzlys hatten, waren wir hierauf natürlich gespannt. Leider wurden wir masslos enttäuscht. Entgegen den uns von vielen Seiten angekündigten „Massen“ von Bären, drängelten die Zweibeiner über den Steg, während ein Grizzly lustlos hinter dem Abendbrot im Wasser hersprang. Am zweiten Abend blieb sogar dieser aus. Naja, wer lässt sich auch schon gerne von über 50 Fremden beim Essen auf den Teller schauen.  Einen sahen wir dann jedoch beim Abfahren auf der gegenüberliegenden Strassenseite, und ein kleiner Schwarzbär wackelte am frühen Abend mitten durchs Dorf. Auch bei dem Gletscher hatten wir keinen Erfolg: Die Strasse dorthin war auf Grund eines Erdrutsches gesperrt und die „Aufräumarbeiten“ sollten noch zwei Tage anhalten. Daher kehrten wir Alaska nun endlich den Rücken zu und lenkten unseren Nisto über Terrace nach Prince Rupert.

Prince Rupert ist die regenreichste Stadt in Canada, aber wir hatten Glück, für uns schien die Sonne. Auch der Highway dorthin führte wieder durch traumhafte Landschaften, entlang dem fjordartig breiten Skeena River. Von dem 704 m hohen Mount Hays hat man einen fantastischen Blick auf die Küste Prince Ruperts und die vorgelagerten Inseln. Wir haben uns den Spass gemacht und ihn mit Nisto erklommen (Strecke nur für Geländewagen geeignet sonst müssen die zwei Füsse herhalten). Nicht weil wir zu faul waren, aber es war schon spät, als wir ankamen und da oben erhofften wir uns ein Schlafplätzchen. Und so wars dann auch, einfach perfekt, ganz nach unserem Geschmack. Am nächsten Tag machten wir noch einen kleinen Ausflug in den Regenwald, diesmal auf unseren eigenen Füssen, bevor es wieder zurückging.

Jetzt hiess es auf nach Barkerville, der beste erhaltene Ort aus der Goldrauschzeit an der originalen Stelle. Ca. 130 Gebäude, darunter 40 aus dem 19. Jahrhundert, wurden im engen Tal des Williams Creek authentisch restauriert. Das jedoch noch nicht genug. Die Stadt bekam noch eine zeitgenössisch gekleidete Besatzung, die in regelmässigen Abständen Programme und Vorführungen präsentieren.

 

Nach diesem Abstecher ging es für uns zügig weiter Richtung Süden. Bis Clinton war die Strecke nicht von Attraktivität gespickt, aber danach ein Augenschmaus. Nicht um sonst heisst ein Teilabschnitt Sea to Sky Highway. Eigentlich hatten wir geplant uns in Whistler je zwei Bretter unter die Füsse zu schnallen. Auf dem Blackcomb-Mountain-Gletscher kann man nämlich im Sommer Skifahren. Allerdings nur von Juni bis Juli und so wurde nichts daraus. Dafür quetschten wir unsere Füsse mal wieder in die Wanderschuhe und ab gings vom Lower Joffre Lake vorbei am Middle Joffre Lake zum Upper Joffre Lake (Ja, sehr einfallsreiche Namen, haben wir auch gedacht.). Eigentlich hatten wir überlegt in einem der Seen zu baden. Aber nachdem uns die Füsse schon halb eingefroren waren, konnten wir gerne auf ein Abtauchen der restlichen Körperteile verzichten. Dafür gönnten wir uns anschliessend auf der Flaniermeile in Whistler ein Eis, bevor es endgültig hiess: Vancouver wir kommen.

Nachdem wir uns am nächsten Tag durch den Grossstadtstrassenverkehr gezwängt hatten, machten wir uns als erstes Mal auf in die Gastown von Vancouver mit ihren zwei „Wahrzeichen“. Die Steam Clock, die viertelstündlich pfeift und stündlich Dampf ablässt, ihr Antrieb ist ein Dampfheizungssystem, sowie die Statue des berühmt berüchtigten Stadtgründer Gassy Jack auf einem Whiskyfass. Am Abend führte unser Weg zu Gwen und Gerry. Die beiden hatten wir im Mai in New Mexico kennengelernt und uns eingeladen, wenn wir in der Nähe sind, vorbei zu schauen. Wir wurden mit offenen Armen empfangen und so wie die zwei Wochen begonnen hatten, so endeten sie dann für uns auch: Im puren Luxus.

Am folgenden Tag traten wir mit den beiden in die Pedale und erkundeten den Stanley Park von Vancouver mit den Fahrrädern bei herrlichstem Sonnenschein. Diese Stadt hat uns sehr gut gefallen. Gerne wären wir noch länger geblieben, aber wie heisst es: Wenn es am Schönsten ist, soll man gehen.

Unser letztes Ziel in Kanada hiess Vancouver Island. Der Bericht ist bereits in Bearbeitung, denn in der Zwischenzeit haben wir auch schon diese Insel verlassen.

Hasta luego.

Markus und Sonja

 

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