Auf wilder Safari

Alberta / British Columbia / Yukon: 25.06. - 07.07.2009

Da standen wir also am 25.06. mutterseelenallein an der kanadischen Grenze. Kein Mensch weit und breit nur rote Hütchen, die uns den Weg versperrten. Vielleicht aussteigen. Nein, dass schon mal nicht, stand gross auf einem Schild. Stellen wir mal den Motor ab und warten, wird bestimmt gleich jemand aus den Häuschen vorne kommen.

Tja, denkste. Sonja hatte es gerade ausgesprochen, als es am Fahrerfenster klopfte. Wo kam die Grenzbeamtin denn auf einmal her? Hey hallo, wir sind gerade fast mit einer ganzen Bärenherde zusammengestossen, da kann man uns doch nicht schon wieder so erschrecken. Naja, auch diesen „Angriff“ hatten wir nach 10 Minuten und einigen Fragen überstanden. Jetzt prangt also in unseren Pässen der kanadische Stempel. Wir haben uns dann noch sagen lassen, dass ein Schwarzbär ein Stück weiter die Strasse entlang sein zu Hause hat. Leider haben wir ihn nicht getroffen, obwohl wir  auf dem Campingplatz ganz in der Nähe unseren Nisto aufstellten.

Am nächsten Morgen machten wir uns dann auf in den Waterton Lakes National Park. Zuerst ging es zum hochangepriesenen Aussichtspunkt „Bear‘s Hump“ über den See und die Berge. Anschliessend wanderten wir zum Summit Lake, der etwas weiter im Wald lag. Da auch das Wetter für den nächsten Tag mit Sonnenschein angepriesen wurde, entschlossen wir uns noch einen Tag dran zu hängen und zum Crypt Lake zu laufen. Dieser Trail ist einer der originellsten in den Rocky Mountains. Kurz bevor man den See erreicht, muss man sich durch einen 25 m langen Tunnel zwängen. Das war ein Spass und das Ziel die Mühen auf jeden Fall wert.

Waterton Towncity mitten im Park hat neben Zweibeinigen Einwohnern auch noch 4-beinige, auch Deers (rehähnliche Geschöpfe) genannt. Sie leben wie bei uns die Hasen in Vorgärten, Schulhöfen, etc. Viele werden jetzt denken, schööööööön. Wir würden uns das vielleicht noch einmal überlegen. Wir denken da an die Häufchen, die diese Tiere hinterlassen ;o).

Danach ging es weiter durch den Kananaski  Provincal Park in den Banff National Park. Der Reiseführer schmeisst mit diversen Wanderungen und Aussichtspunkte um sich, angeblich eine bzw. einer besser als der andere. Aber nachdem wir gesehen hatten, wie viele Touristen in Banff unterwegs waren, konnten wir uns vorstellen, wie diese Wege aussahen: Kleine Touristenameisenstrassen. Nein, nicht mit uns. Wir suchten nach etwas anderem abseits dieses ganzen Rummels. Natürlich wurden wir fündig. Im Visitor Center bekamen wir zu unseren Wünschen auch die richtigen Adressen und so reservierten wir einen Tag später eine 5-6-stündige Wanderung über den Athabasca Gletscher. Bis dahin hatten wir aber noch 3 Tage Zeit und so begannen wir mit unserem Relax-Programm. Erst einmal ausschlafen. Dann ab zum Lake Louise und dort wieder hingesetzt. Bei einem Glas Weisswein die Aussicht vom Nobelhotel The Fairmont Chateau Lake Louise genossen. Nein, nein, wir haben nicht die ganze Zeit auf Urlaub gemacht. Wir sind es einfach ein bisschen gemütlicher angegangen und haben uns auf Kurzwanderungen beschränkt, von denen wir vermuteten, dass nicht so viele Leute unterwegs sind. Auch kramten wir mal wieder unser Kanu und einen Teil unserer Tauchausrüstung hervor, denn wir haben uns strikt geweigert, den hohen Preis für ein Leihkanu zu zahlen. Und so paddelten wir in unseren Trockentauchanzügen zwei Stunden über den Maligne Lake.

Auf unserem Weg zum angrenzenden Jasper National Park, gerieten wir dann mal wieder in einen Schneesturm, aber pünktlich zum Tag unserer Gletscherwanderung kam die Sonne hervor und zeigte sich von ihrer besten Seite. Etwas „geschockt“ waren wir dann doch von den „Massen“, die auf die gleiche Idee wie wir gekommen sind. Aber es war eine lustige Truppe. Dank James, unserem „Gletscherführer“,  wissen wir nun auch endlich, was es mit der Ähnlichkeit eines Mars-Riegels und einem Gletscher auf sich hat. Ersteres weist genau die gleichen Risse, Brüche und Löcher auf, wenn man nur lange genug dran rumbiegt und zerrt. Der einzige Unterschied: Der Riegel schmeckt einfach besser. Die Wanderung war super und eine schöne Abwechslung zu den bisherigen. Selbst der Spassfaktor kam nicht zu kurz, als wir ein Stück des Weges auf unseren Allerwertesten hinab schlitterten. Da machts dann auch nichts mehr, ob die Hose danach klatsch nass ist.

Unser nächstes Ziel war Dawson Creek, wo wir dann dem Alaska Highway bis Watson Lake folgten. Kurz vorher trafen wir aber noch an einem Starbucks auf einen Land Cruiser ebenso mit Schweizer Besatzung. Gemeinsam mit Ruth und Walter verbrachten wir einen lustigen Abend bis in die Morgenstunden, bevor sich unsere Wege wieder trennten. Aber wer weiss, vielleicht treffen wir uns ja im hohen Norden wieder.

Der Alaska Highway ist schon lange nicht mehr die Herausforderung, die er vor Jahrzehnten einmal war. Uns wurde sogar gesagt, dass er langweilig ist. Aber wenn man erstmal die ersten 200 km hinter sich gebracht hat, erreicht er mehr Attraktivität. Insgesamt haben wir auf dieser Strecke 11 Schwarzbären und zwei Babybären, einzelne Büffel und ganze Herden, Schafe sowie einen Elch (Letzteres leider ohne Beweisfoto, denn so schnell wie er aufgetaucht war, so schnell verschwand er auch wieder.) gesehen. Immer in regelmässigen Abständen, als ob jemand mit den Tieren in den Büschen wartet und wenn sich ein Auto nähert, diese mit einem Klaps auf den Popo in Richtung Strasse jagt.

In Watson Lake angekommen, bestaunten wir den Sign Post Forest. Hier hinterlassen Touristen, Arbeiter und LKW-Fahrer  an unübersehbaren Holzmasten Jahr für Jahr Wegweiser, Ortsschilder oder Autokennzeichen. Die Schildersammlung ist in der Zwischenzeit auf über 62.000 angewachsen. Den Anfang hat der heimwehkranke Soldat Carl K. Lindley aus Illinois während des Baus des Alaska Highways gemacht. Trotz mehrfachen Bitten und Betteln von Sonja, doch auch unser vorderes Nummernschild zurückzulassen, in Amerika braucht man es ja nicht, blieb Markus hart. Da half auch kein zuckersüsser Augenaufschlag und so zogen wir ohne uns hier verewigt zu haben, auf dem Campbell Highway Richtung Dawson City weiter. In der Zwischenzeit ging die Sonne zwar noch für rd. 4 Stunden unter, aber richtig dunkel wurde es nicht mehr. Trotzdem konnten wir sehr gut schlafen. Allerdings tragen wir seit diesem Abstecher ein nicht so willkommenes Souvenir mit uns rum. Ein rasender LKW hat dafür gesorgt, dass auch wir jetzt mit einem Steinschlag in der Gegend herum fahren. Aber solang es nur das ist. Fallen wir wenigstens nicht mehr so auf. Denn hier im Yukon hat jeder ein „Loch“ in der Windschutzscheibe.

Jetzt geht’s für uns auf zur nördlichst gelegenen, mit dem Auto im Sommer erreichbaren Stadt Kanadas.

Bis bald.

Markus und Sonja

 

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