Gemeinsam sind wir stark

Sinaloa, Nayarit, Jalisco, Guerrero, Oaxaca: 30.10. – 14.11.2009

Nein, bis zur Ostküste haben wir es in der Zwischenzeit noch nicht geschafft. Uns kamen einfach ein zwei Orte dazwischen, die uns „aufgehalten“ haben. Aber jetzt erstmal zum Anfang.

Nachdem wir in Mazatlán unsere Wäsche gewaschen und unseren Kühlschrank aufgefüllt hatten, sollte es mit grossen Schritten an der Küste entlang gehen.  Und so landeten wir rd. 380 km südlich unseres Ausgangsortes in dem winzigen Dörfchen Playa Chacala. Die Dämmerung und ein Campingschild hatten uns dort hingeführt. Schnell waren wir „Stadt“gespräch, denn auf der Suche nach dem Campingplatz fuhren wir die „Hauptstrasse“ fünfmal rauf und runter. Mal schickte uns ein Einheimischer in die eine, dann ein anderer wieder in die andere Richtung, ohne Erfolg. Aber irgendwann eilte uns Gordon, ein Amerikaner, der sich hier niedergelassen hatte, zur Hilfe. Und so erfuhren wir, dass der Boden auf dem sich der Campingplatz befunden hatte, vor einem Jahr vom Staat an eine Investmentfirma verkauft wurde, die nun einen Golfplatz bauen will.  Wenn man aber dieses schnuckelige Fleckchen Erde sieht, stellt sich einem schnell die Frage: Wer braucht hier eine Wiese mit Löchern. Niemand.

Gordon lotste uns zu einem Restaurant neben dem wir heute Nacht schlafen konnten. Allerdings war es gar nicht so einfach einen sicheren Platz zu finden, denn es wimmelte nur so von Palmen, an denen zig Kokosnüsse baumelten. Nachdem wir fündig geworden waren, liessen wir uns gleich zum Essen nebenan nieder. Emilia  und Arturo führen das kleine Restaurant „Chac Mool“ an der Shoppingmaile von Playa Chacala. Noch gar nicht so lange ist es her, als sie dieses kleine Fleckchen Erde für einen anschliessenden Urlaub ihrer Hochzeitsgesellschaft gefunden hatten und aktuell zu ihrer Heimat erkoren haben.

Am nächsten Tag folgten wir dem Tipp von Christian, einem Franzosen, den wir ebenso an dem vorherigen Abend kennengelernt hatten, und „kletterten“ einen Vulkan hinauf, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf die Bucht hatte. Weiter gings zu einem kleinen Kieselstrand und dann an der Küste entlang nach Chacala zurück. Dort gönnten wir uns eine kleine Erfrischung im Meer, bevor wir uns erneut bei Arturo und Emilia niederliessen und einen weiteren langen aber lustigen Abend verbrachten.

Am nächsten Tag hiess es Abschied nehmen, denn wenn wir jetzt nicht gehen, dann gehen wir nie mehr. Unser Weg führte uns an der Küste entlang vorbei an wunderschönen Stränden über Puerto Vallarta, La Cruze de Loreto, Manzanillo, Zihuatanejo bis nach Acapulco. Dort kramten wir mal wieder unser Tauchzeug hervor. Und man soll es nicht glauben, aber nicht nur die karibische Seite Mexikos hat einiges zu bieten. Neben vielen Fischen, schaute eine Schildkröte neugierig vorbei und der Kapitän zeigte uns zwei Seepferdchen. Während uns Acapulco unter Wasser gut gefiel, hatten wir von der Stadt oberhalb des Meeresspiegels aber schnell die Nase voll. Die Strassen Frankreichs und Italiens sind ein Klags dagegen. Hier wird gehubt, gedrängelt und gequetscht, obwohl es vorne nicht weiter geht. Alle sind nur auf ihren Vorteil aus. So gemütlich wie dieses Volk sonst scheint, auf der Strasse kann keiner schnell genug vorankommen. Eine zweispurige Strasse wird schnell mal auf vier Spuren erweitert. Nichts für schwache Nerven. Aber anscheinend lieben die Acapulcer das Spiel mit dem Tod, denn hier gibt’s die berühmten Klippenspringer, die sich aus 25-35m in die Tiefe stürzen. Und weil uns das alles noch nicht als Erinnerungen ausreichte, sackten wir am 06.11. unsere erste Busse ein. Wir waren mit 20 km/h zu schnell unterwegs, allerdings bereits in diesem Tempo eine Behinderung des Strassenverkehrs, denn alle düsten noch fixer an uns vorbei. Leider waren wir jedoch die einzigen mit Ausländischen Kennzeichen, also ein gefundenes Fressen. Uns war klar, jetzt hiess es handeln. Im Endeffekt haben wir rd. 400 Pesos gezahlt (rd. CHF 35,00), was auch noch zu viel war, wie wir im Nachhinein erfahren haben, aber wir stehen ja noch am Anfang. Beim nächsten Mal sehen die nur unsere Rückleuchten, vorausgesetzte, sie sind zu Fuss unterwegs.

Aber es gibt auch wirklich sympathische mexikanische Polizisten. Von dieser Spezies durften wir an unserer ersten als nächtliche Ruhestätte dienenden Pemex Tankstelle Bekanntschaft machen. Hier in Mexiko ist es gang und gebe an den staatlichen Tankstellen eine Nacht zu verbringen. Manuel war sein Name und die 24-Stunden-Schicht für diesen Tag und die anschliessende Nacht. Drei Stunden unterhielten wir uns mit ihm und plauderten über Gott und die Welt. Sowohl für ihn als auch für uns war es auf Grund der immer noch nicht fliessenden Spanisch Wörter eine kleine Herausforderung. Aber learning by doing, und was der eine nicht weiss, weiss der andere.

Gleich bei unserer nächsten Schlafstätte konnten wir unsere gemeinsamen Spanisch Kenntnisse erneut auf die Probe stellen. Neben einem geschlossenen Restaurant  hatten wir ein wunderschönes Plätzchen direkt am Meer gefunden. Abends schaute die Besitzerin nach dem Rechten, und wir fragten natürlich, ob es ok ist, wenn wir die Nacht hier verbringen würden. „Aber selbstverständlich!....“. Wir könnten bis Weihnachten bleiben, dann macht sie ihr Restaurant auf. Das war allerdings noch nicht alles. Sie brachte uns selbst gemachte Tortillas, einen riesigen Bottich mit Süsswasser gefüllt, welchen sie aus dem eigenen Brunnen gehieft hatte, stellte sie uns parat und sogar ihre Hängematte holte sie hervor. Wir waren überwältigt von so viel Gastfreundschaft uns gegenüber, zwei absolut Fremden. Bis Weihnachten wollten wir dann aber doch nicht bleiben, allerdings gefiel es uns so gut, dass wir noch eine Nacht dranhingen.

Unser nächstes Ziel hiess Oaxaca, wo wir uns für 5 Tage auf einem Campingplatz etwas ausserhalb der Stadt einnisteten. Nachdem wir auch den letzten Stein der Stadt unter die Lupe genommen hatten, besuchten wir unsere erste Mayastätte „Monte Alban“ nicht weit entfernt. Hier bekamen wir einen ersten Eindruck, was uns weiter östlich und dann später südlich erwarten würde. Der nächste Tag gehörte einigen Tempeln in der Region Mixteca. Leider befanden sich die meisten gerade in der Renovierungsphase, so dass der Anblick nicht immer schön war. Abends weiste der Campingbesitzer uns sowie Marie-Paule und Bill aus Kanada, die bereits seit zwei Jahren hier ihren Winter verbringen, in die Kunst des Mezcal (Die Edelart des Tequilas) Brauens ein. Natürlich durften wir probieren. Der letzte Tag gehörte den Märkten, die in diversen Städten in der Umgebung stattfanden, bevor es dann mal wieder Zeit war für die Strasse.

Mit einer Wasserflasche voll Mezcal geht es nun in Richtung San Christobal de las Casas.

Nos vemos *hicks*

Markus und Sonja

 

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