Oh wie schön ist Panama

Panama: 02. – 16.01.2010

Huch, da sind wir doch glatt an dem Migrationsoffice Costa Ricas vorbeigedüst. Tja, so kanns einem ergehen, wenn man erst auf die Männermassen wartet, die einem alle über die Grenze helfen wollen.

Die blieben hier nämlich aus. Wie schon alle Grenzen vorher, meisterten wir auch diese in Rekordzeit.  Allerdings legte man uns einen kleinen Stein in den Weg. Keine Einreise ohne Rück- oder Weiterflugticket. Ha, aber wir wären ja nicht das N-Team hätten wir keine Lösung parat. Wir zückten eine Mail, in der eine Agency uns ein Angebot für die Verschiffung unseres Nistos gemacht hatte: Viel Text und viele Zahlen in Englisch versteht sich. Damit fuchtelten wir dem Grenzbeamten unter der Nase herum, was ihn dann auch zufrieden stellte.

Nach einem weiteren wunderschönen Sonnenuntergang und wildem Campieren am Strand, erreichten wir am 04.01. Panama City. Dort trafen wir das spanische Pärchen Ana und Josu mit dem wir bereits im Vorfeld Kontakt hatten, hinsichtlich gemeinsamer Verschiffung in einem Container. Leider hatten sie sich dann doch für das Endziel Cartagena entschieden. Wir verbrachten einen lustigen Abend im Yachtclub und machten uns am nächsten Morgen zusammen auf den Weg zur Barwil Agency. Während die beiden noch auf ein Amerikanisches Pärchen warteten, die ebenfalls nach Kolumbien verschiffen wollten, wurden wir nach ein Bisschen Papierkram wieder entlassen. Mit zwei Zetteln auf denen genau beschrieben war, wo wir nun hin mussten.

Als erstes hiess es Nisto waschen. Aber wie es immer so ist, wenn man etwas Bestimmtes sucht, ist es nicht zu aufzutreiben. Nach langem hin und her, fanden wir dann in einer sehr heruntergekommenen Gegend, eine Wand mit der Aufschrift „Lava Coche“. Erst wollten sie uns die Reifen aufpumpen. „Nein, nein, Auto waschen!“ „Ahhhh, ja!“ Gemächlich begann einer einen Eimer mit Wasser zu füllen und verschwand auf der Suche nach einem Wischmopp hinter einer Tür. Während wir im Auto auf die Rückkehr des Putzmeisters warteten, sprach uns ein junger Mann auf Englisch an, woher wir seien und was wir hier machten. Er schüttelte den Kopf: „Nein nicht hier. Zwei Strassen weiter ist eine professionelle Waschstrasse!“ Also machten wir uns wieder auf den Weg. Und tatsächlich eine Waschstrasse mit Hochdruckreiniger, genau das, was wir gesucht haben, und es war auch kein anderer Kunde dort, also würden wir sofort dran kommen. Tja, Pustekuchen. Nachdem wir unseren Nisto unter den Überhang manövriert hatten und zu den beiden Zeitung lesenden Jungs gingen, ernteten wir nur ein Kopfschütteln: Unser Wagen ist zu grosse? Bitte? Wir bezahlen doch und sonst ist auch niemand da. Aber sie schauten kaum noch von ihren Zeitungen auf. Sprachlos steuerten wir die Tankstelle nebenan an, um dort nach einer weiteren Waschstrasse zu fragen. Sie zeigten natürlich auf die, von der wir gerade gekommen waren und schüttelten genauso wie wir unverständlich ihre Köpfe. Als dies ein älterer Mann mitbekam, schnappte er sich ohne zu zögern einen Schwamm und einen Eimer, füllte ihn mit Wasser und fing an unseren Nisto von oben bis unten mit der Hand zu putzen. Nach gut einer Stunde glänzte unser Vierbeiner wieder vor sich hin.

Jetzt hiess es ab zur Staatspolizei, wo man Nisto näher unter die Lupe nehmen wollte. Dort trafen wir wieder auf Ana und Josu. Zum Glück, denn wären die beiden nicht gewesen, wäre für uns hier an dem Tag schon alles vorbei gewesen. Denn entgegen den Angaben von Maria ist Inspektionszeit nur von 10 – 11 Uhr. Und es war kurz nach. Mit Engelszungen redete Josu auf den zuständigen Herren ein und wie durch ein Wunder, nahm man die drei Wagen noch rein. Danach hiess es wieder warten. Zwischen 14.30 und 15 Uhr sollten wir im Polizeiministerium gegenüber erscheinen, wo man uns dann die nötigen Papiere aushändigen würde.

Noch schnell etwas gegessen und dann überpünktlich am Eingang um Einlass gebeten. Und hier kam dann die nächste Hürde: Nein, also so könnten wir nicht rein. Wiesoooooo. Lange Hose oder Rock ist Pflicht. Und wir hatten noch im Agency gefragt, ob Kleidervorschriften bestehen. Wir schauten an uns runter. Ausser dem Amerikanischen Pärchen war keiner den Regeln entsprechend gekleidet. Und nu. Aber so schnell gaben wir nicht auf. Die beiden aus New Jersey kramten eine Jeans, einen Rock und eine Leggings aus ihrem Auto. Schnell waren die Kleider auf uns Mädels verteilt. Tja, aber da Sonja schulterfrei war, musste Markus dran glauben, besser gesagt sein T-Shirt. Der Türsteher schaute zwar ganz entsetzt, ob Markus jetzt so vor dem Eingang sitzen bleiben wollte, aber Ana konterte: „Soll Sonja das Top ausziehen und Markus geben….???“ „Nein, nein, besser nicht, aber macht schnell.“ Diesen Wunsch erfüllten wir bzw. seine Kollegen ihm dann nicht. Über 1 ½ Stunden warteten wir, bis dann langsam etwas ging. Wir durften einen Zettel ausfüllen. Keine schwere Aufgabe. Leider muss dieser vom Fahrzeughalter unterschrieben werden, die standen aber beide halb nackt draussen. Wir berichteten den Damen von unserer Situation. Verstanden tat es keiner, denn Touristen sollen normalerweise immer reingelassen werden. Schnell ging einer der Zuständigen hinaus. Wie vom Blitz getroffen fiel Sonja ein, dass Markus ja ohne T-Shirt war. Und so sah man sie ebenso hinauslaufen. Draussen wurden dann schnell wieder Klamotten getauscht, was den Angestellten gar nicht gefiel, denn es gab für die Männer natürlich keine Umkleide. Aber da mussten sie jetzt durch.  Nach weiteren 45 Minuten war dann endlich alles erledigt.

Während die vier schon am nächsten Tag auf Reise gingen, durften wir noch zwei ganze Tage mit unserem Nisto verbringen. Wir organisierten uns für die erste Nacht ohne Nisto ein privates Zimmer in einem Hostel, erkundeten Panama City, plünderten den Kühlschrank und packten unsere Rucksäcke. Bis es dann am Donnerstag hiess: Abschied nehmen.  Leider durfte nur Markus aufs Hafengelände, während Sonja im Hauptgebäude zurück blieb. Er verbrachte die meiste Zeit mit Warten. Mal auf den Drogenhund, dann wieder auf den passenden Polizisten zum Drogenhund. Aber nach rd. 4 Stunden war Nisto im Container, und wir auf dem Weg in unser Hostel.

Unsere letzte Woche in Panama verbrachten wir auf der Isla Bastimentos im Karibischen Meer. Obwohl wir uns aktuell in der Trockenzeit befanden, regnete es drei Tage lang. Was auch seine Vorteile hatte: Wir mussten uns nicht schämen, dass wir unsere Bleibe nicht verliessen. Während der sechs Tage genossen wir das Nichtstun in vollen Zügen, sowie die roten kleinen Frösche, die den Garten des Guesthouses ihr Heim nannten. Bevor wir nach einer Fahrt im Nachtbus, einer anschliessenden Chickenbusfahrt (Ein umgebauter bunt angemalter Schulbus, der meistens brechend voll ist, aber saugünstig.), einem langen Tag am Flughafen und einem Nachtflug, am 17.01. in Buenos Aires völlig übermüdet, aber gespannt auf diese grosse Stadt, ankamen.

Was wir hier ohne unseren Nisto getrieben haben, dann schon bald im nächsten Bericht.

Hasta luego.

Das N-Team noch immer ohne N

 

Nachtrag:

Für alle die, die sich fragen, warum fahren sie nicht einfach von Panama nach Kolumbien: Dies ist leider nicht möglich. Zwischen den beiden Ländern gibt es keine Strasse. Kleine Trampelpfade sind zwar vorhanden, aber unser Nisto würde da nicht durchkommen. Daher mussten wir uns eine andere Möglichkeit suchen, von Central- nach Südamerika zu kommen. Wer mehr über diese Lücke in der Panamericana lesen möchte, der folge diesem link: Tapon del Darien.

 

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