Durch die Appalachen

Virginia / North Carolina: 14. - 21.03.2009

Jetzt ist schon wieder eine Woche rum und ratet mal wo ich sitze, während Markus wieder am Nisto werkelt... Richtig vor der Laundery... aber diesmal bei strahlend blauen Himmel und frühlingshaften Temperaturen. Wie wir hierhin gekommen sind? Ok, dann fange ich mal vorne an.

Der Sonntag begann so wie der Samstag aufgehört hatte, mit Regen. Die erste Nacht im Nisto war auch alles andere als prickelnd: Neben LKWs Mitten auf dem Wal*Mart-Parkplatz. Immerhin hatten wir bis 24 Uhr und ab 6 Uhr eine Toilette. Geweckt wurden wir nicht von den LKWs sondern von zwei Reisebussen um 5.30 Uhr, die nichts Besseres zu tun hatten als sich mit laufendem Motor neben uns zu stellen und lauthals zu unterhalten. Vorbei wars mit der Nachtruhe. Schnell noch in den Wal*Mart für die kleine Morgentoilette und dann weg hier, Richtung Richmond. Dort wollten wir uns ein Bisschen über die amerikanische Geschichte schlau machen und etwas über den Bürgerkrieg lernen.  In dieser Gegend gab es  1864 die entscheidende Schlacht, die zum Untergang von Petersburg und der eingangs genannten Stadt führte. Zu „bestaunen“ im Petersburg Battlefield National Park. Irgendwie passte das Wetter zu dem Anblick der Schlachtfelder.

Am Montag nach einer erneut relativ schlaflosen Nacht auf irgendeinem Parkplatz fuhren wir dann, zwar nicht bei Sonnenschein, aber immerhin ohne Regen, in den Shenandoah Nationalpark. Allerdings hingen die Wolken teilweise so tief, dass wir kaum etwas sehen konnten. Aber es hatte auch etwas Mystisches an sich, und wir waren so fast  alleine im Park unterwegs. Allerdings am Ende des Tages, wie hätte es auch anders sein können: REGEN! Aber gem. Wetterbericht  sollte es ja am Dienstag schön werden.

Voller Erwartung schauten wir am nächsten Morgen kaum wach aus unseren Fenstern, und was sahen wir da: Nichts. Dichter Nebel. Ja das kann ja heiter werden. Unser Weg führte uns weiter über den Blue Ridge Parkway gen Süden. Hierbei handelt es sich um eine ganz dem Privatverkehr vorbehaltene Strasse von 469 mi über die östlichen Höhenzüge der Appalachen durch die Staaten Virginia und North Carolina. Das heisst keine Trucks und keine meterhohen Werbetafeln geschweige denn  Fastfoodläden am Strassenrand. Nur hier und da ein kleines Motel oder Campingplatz, die jedoch um diese Jahreszeit noch geschlossen sind. Genau das richtige für uns. Wer will schon wie eine Ölsardine in der Büchse neben tausend anderen Campern stehen.

Und dann kam endlich der lang ersehnte Moment, der unsere, dem Wetter angepasste trübe Stimmung, um 180° drehte. Die Sonne bahnte sich ihren Weg durch die Wolken und am frühen Nachmittag strahlten wir mit ihr um die Wette. Die nächsten Tage verbrachten wir in den Bergen bei frühlingshaften Temperaturen….zumindest tagsüber. Wüsste man es nicht besser, könnten man meinen man ist in der Heimat…..also wunderten wir uns auch nicht, als wir vor einem Schild mit der Aufschrift „Little Switzerland“ standen.

Jeden Tag gings ein Stückchen südlicher und jede Nacht verbrachten wir ein Bisschen höher über dem Meeresspiegel bis zu unserer kältesten Nacht mit -5.7°C auf rd. 1‘628 m.ü.M. Die Eisblumen an unserem Dachfenster waren mal eine Abwechslung zu dem blauen Himmel in den letzten Tagen.

Nach 5 Tagen in den Blue Ridge Mountains sind wir nun in Cherokee, dem südlichen Ende des Parkways, angekommen. Hier findet die totale touristische Vermarktung indianischer Geschichte und Kultur statt. Gar nicht nach unserem Geschmack. Die Hauptstrasse ist gesäumt von kitschigen Souvenirläden und teilweise stündlichen Tanzaufführungen der „Nachkommen von Winnetou“. Bei dem ganzen Trubel haben wir uns für einen aufschlussreichen Besuch im „Museum of the Cherokee Indian“ entschieden. Dann noch schnell einen Kaffee und ab zur Landery, wo ich nun sitze. In der Zwischenzeit dürfte die Wäsche fertig sein und wartet darauf gefaltet und wieder in die Kisten verstaut zu werden. Also lasse ich sie mal nicht warten.

Für uns geht’s jetzt immer weiter gen Süden. Mal schauen, was die Welt in den nächsten Tagen für uns parat hält.

Liebe Grüsse

Markus & Sonja

 

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