Erweitertes N-Team

Buenos Aires, Mendoza, Neuquen: 21.02. – 05.03.2010

Endlich haben wir sie wiedergefunden: Die unendlichen Weiten, die Stille, die Einsamkeit und die atemberaubende Natur, die wir schon so lange vermisst hatten.  Allerdings war nicht jeder Stopp in der Pampa geplant, jetzt aber erst mal von Vorne.

Am 21.02. war es so weit. Um 5:40 Uhr landete der Flieger aus Rom mit Markus Eltern und einem riesigen Koffer nur für uns an Bord. Vielen Dank an alle, die diesen Koffer gefüllt haben. Für uns wars wie Weihnachten. Die nächsten zwei Tage verbrachten wir noch einmal mit ein Bisschen Sightseeing und Steakessen in Buenos Aires. Auch die eine oder andere Weinflasche war mal wieder nicht vor uns sicher. Dann war es für alle Zeit auf die fahrbaren vier Wände umzuziehen. Für Markus Eltern hatten wir eine Firma ausfindig gemacht, die 4x4 Wohnmobile vermietet. Ideal um uns auf unserem Weg um die Welt ein kurzes Stück zu begleiten.

Unser erstes Ziel war Mendoza, von wo es auf der Ruta Quarenta bis ans Ende der Welt gehen sollte. Als wir nach 2 Tagen dort ankamen, liess das Wetter jedoch zu wünschen übrig. Also füllten wir nur schnell unsere Vorräte an Fleisch sowie Wein und begaben uns in die Höhe in Richtung Chilenische Grenze.  Und tatsächlich, nachdem wir die erste Bergkette hinter uns gelassen hatten, empfang uns die Sonne. Irgendwo mitten in der Steppe mit Blick auf den höchsten Berg Amerikas, dem Aconcagua, schlugen wir unser erstes wildes Nachtlager auf. In der Ferne konnten wir Guanacus, eine Unterart der Lamas, und Nandues (Sträusse, indianischer Name), ausmachen. Auch ein Condor schaute vorbei. Es war einfach herrlich und ganz nach unserem Geschmack.

Als sich das Wetter auch am nächsten Tag von seiner besten Seite zeigte, liessen wir es uns nicht nehmen dem Aconcagua einen Besuch abzustatten. Ok, ganz hinauf wollten wir dann doch nicht, aber auch vom Fuss aus, hatte man eine wunderschöne Sicht auf den vergletscherten Gipfel. Und wo wir schon mal hier sind, könnten wir doch noch einen kleinen Blick nach Chile wagen. Gesagt getan, gemächlich krochen wir bis auf rd. 3‘863 m.ü.M. Die Aussicht auf beide Seiten war wieder atemberaubend. Aber ein Blick hinüber sollte für diesen Moment reichen, Chile muss noch ein Bisschen auf uns warten. Für einen kurzen Moment überlegten wir hier oben unser Nachtlager aufzuschlagen, aber der starke Wind machte uns einen Strich durch die Rechnung. Allerdings fanden wir auch weiter unten wieder ein wunderschönes Plätzchen.

In dieser Nacht wurden wir jedoch unsanft aus dem Schlaf gerissen. Wellenartig schwankte Nisto hin und her. Rollen wir gerade den Abhang hinunter, rüttelt da jemand an unserem Wagen? Als wir jedoch die kleinen Sträucher um uns herum schwanken sahen und in der Ferne Steinschlag vernahmen, war uns klar, dass ist ein Erdbeben. Erst zwei Tage später erfuhren wir die Ausmasse und staunten nicht schlecht.

Am  27.02. war es dann endlich soweit. Wir wagten unsere ersten „Gehversuche“ auf der Ruta 40. Jetzt sollte das Abenteuer also richtig losgehen. Fast im Schritttempo hoppelten wir die Schotterpiste entlang, als uns ein Funkspruch aus der Villa Elisa erreichte: „Markus, wir haben einen Platten!“ Wenns mehr nicht ist. Schnell kehrten wir zum Unglücksort zurück. Aber ein Blick auf die Reifen verhiess nichts Gutes. Nun war aus der Villa Elisa eine Bruchbude Elisa geworden. Die hintere Achse war gebrochen. Und zur Krönung musste das natürlich genau an einem Samstagnachmittag mitten im Nirgendwo passieren. Aber wir gaben die Hoffnung nicht auf. Leider funktionierte unser Satellitentelefon schon seit einigen Wochen nicht mehr richtig. Also stellten wir schnell die beiden Warndreiecke auf, liessen Markus Eltern zurück und düsten 80 km weiter zur nächsten Tankstelle mit Internet. Drei Stunden lang versuchten wir jemanden zu erreichen. Ohne Erfolg. Soviel zur Notrufnummer. Um 23 Uhr kehrten wir unverrichteter Dinge zurück. Den Sonntag verbrachten wir mitten auf der Strasse mit Drachen steigen lassen, neue Wasserleitung in den Nisto einbauen, den vorbei fahrenden Autos winken, lesen und relaxen. Lässt man mal die schief stehenden Räder ausser Acht, war es ein sehr schöner Tag.

Bereits im Morgengrauen brachen die Männer auf, um ihr Glück zu versuchen, während die Frauen die Stellung auf der Ruta 40 hielten. Die Zeit verging. Aber am frühen Nachmittag hatte das Warten ein Ende: Am nächsten Tag würde ein Ersatzwagen vorbeigebracht. Daraufhin leerten wir am Abend zwei Flaschen Wein. Allerdings mussten wir kurz vorher alle vier in den Nisto umziehen, denn ein heftiges Gewitter zog direkt über unseren „Campingplatz“.

Um 11.30 Uhr kam dann am Dienstag die langersehnte neue Villa Elisa. 1 ½ Stunden später waren wir wieder auf der Piste in Richtung Laguna Llancancelo, ein Bergsee, welcher von mehr als 100 Vogelarten inklusive dem Flamingo besucht wird. Leider kamen wir auf Grund des matschigglibbrigen Ufers nicht sehr nah an die Laguna heran, so dass wir die rosaroten Vögel nur schemenhaft ausmachen konnten.

Nach diesen Erlebnissen machten wir uns auf in die argentinische Schweiz. Der Weg auf der Ruta 40 dorthin ist ein Traum. Steine in den verschiedensten Farben begleiteten unseren Weg. Ein anderes Mal ging es durch Lavafelder oder entlang eines Flusses an dessen Ufer die Büsche und Sträucher in den unterschiedlichsten Grüntönen um die Wette leuchteten. Bis wir den Lago Alumine erreichten. Hier kamen tatsächlich wieder Heimatgefühle auf. Mit dem kleinen Unterschied, dass es sich bei den „Bergen“ teilweise um Vulkane handelt und man direkt an den Seen wild campieren konnte. Es war einfach herrlich. Ausserdem nutzten wir das viele Wasser zum Baden. Wir wurden mal wieder porentief rein.

In den nächsten Tagen rollten wir von See zu See und genossen einen nach dem anderen. Da wir uns schon in der Nebensaison befanden, sahen wir nur sehr selten andere Reisende und hatten die Ufer immer für uns alleine. Mit dem Vulkan Lanin im Rücken im gleichnamigen National Park liessen wir am wunderschönen See Lago Paimun unser erstes Reisejahr ausklingen.

Wie unser zweites Jahr begonnen hat, dann im nächsten Bericht.

Markus und Sonja

 

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