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Zurück in Afrika

Marokko 05. – 24.10.2013

Nein, nein, Ihr habt nicht die zweite grosse Abschiedsparty verpasst. Nach einem guten Jahr rumstehen, wenn man mal die Wochenendausflüge ins Schwändital, zum Morteratschgletscher oder zum Österreichischen Argentinier am Bodensee unbeachtet lässt, was definitiv keine Artgerechtehaltung für Nisto ist, gönnten wir uns dreien mal wieder einen kleinen Trip. Schliesslich gibt es noch so viele weisse Flecken auf unserer Karte. Für dieses Mal entschieden wir uns für Marokko.

Innerhalb von zwei Tagen brachte uns die Fähre von Genua nach Tanger. Da es bereits auf dem Schiff möglich war den Papierkram zu erledigen, sollte die Einreise eigentlich ein Kinderspiel werden. Allerdings hatten die marokkanischen Zollbeamten einiges zu tun, denn es waren neben unserem Schiff noch zwei Weitere im Hafen angekommen.  So war es schon dunkel, als wir unseren ersten Schlafplatz erreichten.

Am nächsten Morgen begrüsste uns Marokko mit Regen. Je südlicher wir kamen, desto freundlicher wurde jedoch der Himmel. Eigentlich wussten wir nicht wirklich, was uns in Marokko erwartete. Allerdings würden wir uns auf jeden Fall auf den Weg nach Süden zur algerischen Grenze machen. Dort befindet sich das grösste Dünengebiet Marokkos, Erg Chebbi, mit seinen bis ca. 100 m hohen Dünen. Aber auch auf dem Weg dorthin sollte es einiges zu sehen geben.

In Fès machten wir unseren ersten Stopp. Sie ist die älteste der vier Königsstädte und neben Marrakesch eine der interessantesten Marokkos. Wir streunerten durch die Medina und schlenderten über die Souks. Aber bereits am nächsten Tag zog es uns weiter. Unser nächstes Ziel war das Atlasgebirge. Auf einer 160 km langen Schotterpiste ging es entlang der Gebirgsscheide zwischen mittleren und hohen Atlas. Die Landschaft war atemberaubend. Grössere Herausforderungen warteten allerdings nicht auf Nisto. Bis wir zum Pass am Cirque de Jaffar ankamen. In der Zwischenzeit war die Piste nur noch breit genug für ein Auto, allerdings tauchten vor uns zwei Strassenbaumaschinen auf. Sie waren dabei die Piste oder was davon noch übrig geblieben war, wieder herzustellen. Markus checkte mit dem Leiter der Baustelle die Lage ab und kam mit der Info zurück, dass für unseren treuen Gefährten der Platz reichen würde. Während Sonja skeptisch den Abhang auf Ihrer Seite hinabschaute, fuhr Markus unseren Nisto sicher am Abgrund entlang. Wir hatten es nicht verlernt. Leider wurde aus der 160km langen Piste nichts. Bereits nach der knappen Hälfte tauchte vor uns Asphalt auf. Ja, der aktuelle Präsident Marokkos setzt seine Versprechen zielstrebig um, in den nächsten 7 Jahren sämtliche Städte mit Asphaltstrassen zu verbinden. Auch wenn die Strasse ab da nicht mehr ganz nach unserem Geschmack war, wurden wir mit einer herrlichen Hochgebirgslandschaft belohnt. In den nächsten Tagen führte uns unser Weg durch diverse wunderschöne Schluchten. Mal auf Asphalt mal auf Schotter. Bevor wir unsere letzten Kilometer bis zum grossen Sandkasten unter die Reifen nahmen.

Als wir dort jedoch ankamen, schüttelten wir schon ein Bisschen mit dem Kopf. Am Fusse der Dünen waren diverse Bivouacs für die Touristen aufgebaut. Und natürlich dauerte es nicht lange, bis man uns beim Versuch unerkannt in die Dünen zu gelangen, entdeckt hatte. Nachdem wir jedoch drei Marokkaner endlich abgeschüttelt hatten, sie wollten uns partout davon überzeugen, dass diese Einfahrt viel zu schwer sei, und wir sollten doch bei ihnen schlafen, dann würden sie uns am nächsten Morgen begleiten, hatten wir ein wunderschönes Schlafplätzchen mitten zwischen den roten Dünen gefunden. Am nächsten Morgen nahmen wir die Querung des Erg Chebbi in Angriff. Die Simpson Desert in Australien ist dagegen ein Klacks. Hier gab es keine Spuren, die einem zeigten, wo der beste Weg ist. Den musste man selber finden. So sah man uns immer wieder aussteigen, um die ideale Spur zu finden. Immer wieder ging es rauf und wieder runter, rauf und wieder runter ….. und einmal ging es leider gar nicht mehr weiter. Kann ja auch nicht angehen, dass wir uns hier nicht eingraben würden. Aber wir wären nicht das N-Team, würden wir uns da nicht wieder alleine rausholen. Und so war es dann auch.

Aber so schnell wollten wir die Wüste noch nicht verlassen. Entlang der Algerischen Grenze gibt es eine 460 km lange Piste die mitten durch die Sahara führt. Fünf Tage verbrachten wir in dieser atemberaubenden Landschaft. Wo es uns gefiel blieben wir. Das war mal wieder genau nach unserem Geschmack und schnell schwelgten wir in Erinnerungen von unserer Hochzeitsreise. Allerdings hatten wir auch eine etwas ungewöhnliche Begegnung auf dieser Strecke. Genau zu unserer Zeit fand die Rallye de Maroc statt. Wenn wir an unsere Breitengrade denken, wäre dies ja grundsätzlich kein Problem, da wäre alles ordnungsgemäss abgesperrt, aber wir waren hier in Marokko. Es störte niemanden als wir an einem Rallye-Kontrollpunkt vorbei und den Rennfahrern entgegen fuhren. Nachdem uns jedoch die ersten mit Vollgas entgegen gekommen waren, war uns das Ganze nicht mehr so geheuer. Aber es führen ja bekanntlich immer mehrere Wege zum Ziel, so dass auch wir unseren Trip sicher fortführen konnten.

Neben der atemberaubenden Landschaft gab es jedoch noch etwas anderes, was uns an dieser Gegend begeisterte. Vor 385 Millionen Jahren war das heutige Nordafrika von einem Meer bedeckt, dessen Bewohner nach ihrem Ableben im Schlamm versanken. Dieser verfestigte  sich im Laufe der Jahrmillionen zu einem  Kalkstein. Dank einer 4x4-Zeitschrift hatten wir GPS-Daten, die uns an einen nicht touristischen Platz führen würden, wo wir angeblich zwischen tausend von Fossilien stehen würden. Und tatsächlich. Wir konnten es selber gar nicht glauben. In jedem Stein fanden wir diese Urviecher. Natürlich landete der eine oder andere Stein im Nisto.

Unser letztes Ziel war Marrakesch. Bei einer leckeren Tajine machten wir es uns auf der Dachterrasse eines der vielen Restaurants die den berühmten Platz Djamâa-el-Fna umgeben, bequem. Natürlich pilgerten wir auch hier wieder durch die kleinen schmalen Gassen und konnten es diesmal nicht lassen uns auch ein paar Andenken zu erhandeln.

Bereits zwei Tage später bezogen wir wieder unsere Kabine auf der Fähre nach Genua.

Das war unser kleiner Kurztrip in Marokko. Mal schauen, aus welchem Land wir uns beim nächsten Mal melden.

Liebe Grüsse

Markus und Sonja

 

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